| von Dagmar Merger

Welche Erfahrungen haben Sie bei diesem Pilotprojekt gemacht?

Ich war selbst überrascht: Der Umbau war innerhalb einer Spätschicht erledigt, in weniger als acht Stunden. Bei der Applikation und dem Zyklus, den wir bei der Spritzgießmachine hatten, haben wir jetzt Energieeinsparungen von 30 Prozent erreicht. Dabei hatte ich am Anfang Bedenken, in eine Maschinensteuerung einzugreifen; das kann sich je nach Maschine als äußerst kompliziert erweisen.

Lassen sich diese Ergebnisse auf andere Maschinen übertragen?

Wenn wir drehzahlvariable Antriebe anschauen, sind die Einsparungen sehr, sehr stark abhängig von der Art der Anwendung, vom Maschinenzyklus, teilweise auch vom Bauteil. Und auch von der Maschine selbst. Teilweise wird von 60, 70 Prozent gesprochen, das sind allerdings Maschinen, die von Anfang an auf drehzahlvariable Antriebe ausgelegt wurden.

Für welche Fälle oder Anwendungen sind die drehzahlvariablen Antriebe in Erwägung zu ziehen?

Prinzipiell, von den Maschinenarten her, sind sie für Spritzgießmaschinen und Blasformmaschinen, Druckgussmaschinen, Pressenanwendung oder auch Prozessapplikationen immer wieder interessant, abhängig davon, wie der Zyklus aussieht. Das wäre deshalb auch die erste Frage, die ich zu Beginn eines solchen Projektes stellen würde: Wie ist der Zyklus, rentiert sich das?

Wir sehen natürlich das Gesamtkonzept in der Zusammenarbeit mit der Electrical Division. Dabei geht es auch um Condition Monitoring, also die Überwachung einer Anwendung. Wir haben heute integrierte Drucksensoren und Temperatursensoren in den Maschinen. Die Elektronik ist CAN-Bus-fähig und profibusfähig. Das alles sind Aspekte, die für elektronhydraulische Systeme sprechen. Es gibt natürlich immer noch genug Applikationen für den klassischen Hydraulikantrieb. Wir sehen aber die Vorteile der Verquickung von Hydraulik mit der Elektronik und der gesamten Sensorik. Die drehzahlvariablen Antriebe sind da leichter einzubinden.

Es gibt auch noch weitere Aspekte: Im Vergleich zum klassischen Konstantpumpenantrieb verringern Sie die Verlustleistungen und Probleme mit der Geräuschentwicklung. Sie fahren den drehzahlvariablen Antrieb eigentlich im optimalen Temperaturbereich. Daher erreichen Sie mit dem Hydraulikaggregat eine bessere Standzeit. Sie können das Hydraulikaggregat entsprechend kleiner gestalten, weil das Tankvolumen geringer wird. Das sind in der Summe mehrere Parameter, die man da berücksichtigen muss.

Kostenlose Registrierung

Bereits registriert?
*) Pflichtfeld

Sie sind bereits registriert?