| von Dagmar Merger
David Beatenbough
David Beatenbough, Vizepräsident Guangxi Luigong Machinery. Bild: LiuGong

Ein wichtiger Trend in der Entwicklung von Baumaschinen ist aus VDMA-Perspektive auch die Digitalisierung. „Dabei geht es dann um Flottenmanagement. Für die Bauunternehmen, insbesondere für die Großen, ist es immer wichtiger, zu wissen, was die Maschine macht, in welchem Zustand sie sich befindet und wann sie gewartet werden muss, damit besser disponiert werden kann“, sagt Schmid. Er sieht in diesem Bereich noch viel Luft nach oben, auch wenn die Technik den Kinderschuhen entwachsen sei.

Ein Stichwort dazu ist die Baustelle 4.0: Im VDMA-Forum Mobima ist derzeit ein Projekt in Planung, bei dem es um Interaktion, Prozesse und autonome Bewegungen auf der Baustelle gehen soll. Dabei könnte es unter anderem um das Systematisieren und Optimieren von Prozessen gehen, beispielsweise wie genau ein Radlader Material von einem Ort zum andere schafft. Komplex wird das Thema dadurch, dass jede Baustelle anders aussieht und sich eine bestehende Baustelle ständig verändert, was zum Beispiel Hindernisse und mögliche Routen angeht. „Die Baumaschine muss also lernen, Menschen und andere Hindernisse zu erkennen“, erläutert Schmid diese Herausforderung des Projektes.

„Die Kunden erwarten, dass ihre Maschinen ihnen mehr Informationen liefern, zum Beispiel über den Betriebszustand. Auch die GPS-Technologie ist ein großes Thema für uns“

David Beatenbough, Vizepräsident Guangxi Luigong Machinery

Die Flotte unter Beobachtung

Kurzheckbagger EWR150 E
Kompakt und kraftstoffsparend: Für den innerstädtischen Einsatz treibt den Kurzheckbagger EWR150 E von Volvo ein Motor mit V-ACT-Technologie an, der die Abgasnorm Stufe IV erfüllt. Dieser bietet ein hohes Drehmoment bei niedriger Motordrehzahl, was den Kraftstoffverbrauch reduziert. Bei Bedarf kann der Betreiber auf den Eco-Modus umschalten, um mehr Kraftstoff zu sparen. Bild: Volvo Construction

An diesem Thema sind beispielsweise auch die Unternehmen Zeppelin und Caterpillar dran. Sie haben sich vorgenommen, den Messebesuchern die Vorteile des Flottenmanagements nahezubringen. Dabei werden Daten wie GPS-Position, Start-/Stoppzeiten, Betriebsstunden, Kraftstoffverbräuche und Fehler-Codes über Produkt-Link vermittelt und über Vision-Link ausgewertet, mit deren Hilfe Ferndiagnosen genauso möglich sind wie die Fehlererkennung von Baumaschinen. Über eine intelligente Datenanalyse sollen Baumaschinen rechtzeitig auf Störungen aufmerksam machen, bevor sie mit kostspieligen Folgen zu Buche schlagen.

Die Maschinenbetreiber sollen damit Instandhaltungsmaßnahmen leichter planen und Abnutzungsreserven von Verschleißteilen besser ausreizen. Darüber hinaus lassen die übermittelten Informationen und automatisch generierten Berichte Rückschlüsse auf Betriebsabläufe zu. Dies könnten Betreiber nutzen, um Prozesse effizienter zu gestalten und so die Produktivität zu steigern. Caterpillar sieht auch in der Prozessoptimierung durch Maschinensteuerung einen Trend für Baumaschinen, egal ob 2D oder 3D.

Der Hersteller setzt dabei auf ab Werk integrierte Steuerungen, die er deshalb in immer mehr Baumaschinen verbaut. Beispielsweise wird auf der Bauma eine neue Assistenzfunktion mit halbautomatischer Löffel-Steuerung für Kettenbagger zu sehen sein. Mit dem System „CAT Grade with Assist“ referenziert der Fahrer seine Löffelschneide an einem bekannten Höhenpunkt, gibt einen Höhen-Offset ein und kann mit dem automatischen Erstellen des Feinplanums auf Zentimeter-Genauigkeit beginnen.

Dabei wird der Löffel mit konstantem Schnittwinkel mitgeführt. Da die Löffelschneide im Automatikbetrieb vom Fahrer nicht unter das Soll-Planum gedrückt werden kann, wird ein zu tiefes Ausheben vermieden. Das spart unnötigen Materialmehraushub und Nacharbeit. Laut Hersteller spielt Assist seine Stärken speziell in Situationen aus, in denen der Fahrer die Höhe schlecht einschätzen kann, zum Beispiel im Kanalbau oder beim Baugrubenaushub.

Auch Komatsu Europe unterstützt die Fahrer mit Automatiklösungen: In München stellt das Unternehmen die neue D85EXi/PXi-18-Planierraupe mit intelligenter Maschinensteuerung vor. Mit dieser Ausstattung kann sowohl das Grob-, als auch das Feinplanum in Automatik-Betriebsart durchgeführt werden. Das System erfasst und steuert die am Schild anliegende Last und optimiert selbsttätig die Einstechtiefe des Schilds.

Im Gegensatz zu den am Markt verfügbaren Nachrüstlösungen wird diese Technologie schon im Werk in die Maschine integriert. Laut Hersteller erreichen Planierraupen, die mit der intelligenten Maschinensteuerung ausgerüstet sind, eine erheblich gesteigerte Einsatzeffizienz, besonders, wenn ein akkurates abschließendes Feinplanum garantiert werden muss.