| von Dagmar Merger
Hatz-Motor der 3H50-Reihe
Zusammenbau des Hatz-Motors der 3H50-Reihe: Der Hersteller hat bereits erste Stufe-V-Lösungen im Programm. Bild: Hatz

Klaus Finzel von Zeppelin, der deutschen Vertriebsinstanz für Caterpillar-Maschinen, sieht die Energieeffizienz und den Kraftstoffverbrauch im Fokus der Branche. Außerdem stiegen die Anforderungen an den Komfort, was auch mit dem steigenden Durchschnittsalter der Fahrer zu tun hätte. Es gebe in diesem Bereich nicht viel Nachwuchs, erklärt Finzel, versierte Fahrer seien daher nicht einfach zu kriegen. Oft haben diese dann ein Mitspracherecht, wenn es um die Maschinen geht, auch weil ihr Fahrstil Energieverbrauch und Verschleiß beeinflusst.

Für den britischen Hersteller JCB hat es sich bereits ausgezahlt, auf Komfort zu achten. Die Commandplus-Kabine, die bisher in dessen Radlader-Flaggschiff 457 verbaut ist, kommt gut an. Deshalb rüstete das Unternehmen jetzt auch sein mittleres Maschinensegment damit aus: Auf der Bauma werden vier weitere Radlader-Modelle mit der Kabine zu sehen sein.

Platzmangel meistern

XPower-Radlader
Der XPower-Radlader mit leistungsverzweigtem Fahrantrieb spart nach Angaben des Herstellers Liebherr bis zu 30 Prozent Kraftstoff im Vergleich zu ähnlichen Maschinen. Bild: Liebherr

Komfort und gute Bedienbarkeit sind auch bei Volvo Entwicklungsziele gewesen. Der Mobilbagger EW60E beispielsweise ist mit einer neuen Kabinen-Generation ausgestattet, die zehn Prozent geräumiger ist als Vorgängermodelle. Dadurch ist Platz für drei zusätzliche Staufächer und Stauraum hinter dem Sitz.

Der Hersteller erhöhte die Leistung der Klimaanlage um zehn Prozent; sechs einstellbare Belüftungsdüsen verteilen den Luftstrom nun in der Kabine. Eine schlankere Stahlstruktur, größere Glasflächen sowie ein längerer Scheibenwischer sollen für eine bessere Rundumsicht sorgen. Zusätzlich helfen eine Rückfahrkamera und ein farbiges sieben-Zoll-LCD-Display beim Blick nach hinten.

Auch beim Kurzheckbagger EWR150E hat der Hersteller auf die Sichtlinien geachtet: In diesem Fall ist die Maschine so gestaltet, dass die Sicht nach rechts durch nichts verstellt wird. Dies soll dem Fahrer die Arbeit auf engen Baustellen und bei viel Verkehr erleichtern. Dabei spielt ein anderer Aspekt mit hinein, der bei vielen Maschineherstellern auf der Agenda steht: kompaktes Design. So hat der Kurzheckbagger nur 1720 Millimeter effektiven Schwenkradius, was sich auf knappem Raum auszahlt.

Raumausnutzung spielt nicht nur bei Baggern eine Rolle, sondern auch bei Kaltfräsen. So hat Wirtgen das bestehende Maschinenprogramm von Kompaktfräsen jetzt mit dem Frontlader W 150 CFi ergänzt. Die Neuheit soll die Vorzüge der Kleinfräsen, also Wendigkeit, Ein-Mann-Bedienung und Flexibilität, mit dem Frontlader-Prinzip und der Produktivität der Großfräsen verbinden.

Die Kompaktfräse hat eine Arbeitsbreite von 0,6 bis 1,5 Meter und eine maximale Frästiefe von 330 Millimeter. Damit sei die Maschine besonders geeignet für größere Baustellen mit beengten Platzverhältnissen, zum Beispiel in Innenstädten, erklärt der Hersteller. Beim Manövrieren unter diesen Bedingungen helfe das ausgereifte Sichtkonzept der Maschine in Kombination mit seinem Kamerasystem.

Für Arbeiten auf wenig Raum sind auch die beiden neuen Baggermodelle EZ80 und EZ53 des Herstellers Wacker Neuson ausgerichtet. Als sogenannte Zero-Tail-Bagger haben sie keinen Hecküberstand. So können mit ihnen nach Firmeninformationen auch an schwer zugänglichen Stellen hohe Aushubleistungen erzielt werden. Schließlich zähle das kleinere Modell EZ53 mit einem Betriebsgewicht von rund 5,3 Tonnen zu den leistungsstärksten Baggern seiner Klasse. Das größere Modell EZ80 mit einem Betriebsgewicht von rund acht Tonnen punktet laut Hersteller außerdem mit einem geringen Kraftstoffverbrauch.

Innenstädte sind nicht das einzige Pflaster, wo es gelegentlich eng wird. Das kommt auch bei Umschlagsarbeiten vor. Mit der Neuauflage seines Pick-and-Carry-Umschlagbaggers 730 bringt der niederbayerische Hersteller Sennebogen deshalb eine Maschine auf den Markt, die speziell auf den Holzumschlag abzielt. Mit einem Heckschwenkradius von 2,76 Meter und 3,30 Meter Breite ist sie kompakt konstruiert. Bei 10,5 Meter Reichweite erzielt der Bagger eine Traglast von bis zu 4,2 Tonnen. Und dank des um 360 Grad endlos rotierbaren Oberwagens kann er aus den Sortiergassen immer vorwärts wieder ausfahren; Rangieren entfällt.