| von Dagmar Merger
Wolfram Hatz
„Wir zeigen im Rahmen der Bauma die EU-Stage-V-Lösungen Hatz 3H50TICD und 4H50TICD, die pünktlich vor dem Start der neuen geplanten Abgasnorm im Jahr 2019 auf den Markt gebracht werden.“ Wolfram Hatz, kaufmännischer Geschäftsführer Hatz. Bild: Hatz

Nachfragen bei Herstellern ergeben ein ähnliches Bild. David Beatenbough ist Vizepräsident beim chinesischen Maschinenhersteller Guangxi Luigong Machinery. Er sagt, generell würden die Kunden stärker auf Energieeffizienz achten, trotz der niedrigen Ölpreise, weswegen das Unternehmen an der Verbesserung dieses Aspektes arbeite. Ein weiterer Punkt sei die Telematik. „Die Kunden erwarten, dass ihre Maschinen ihnen mehr Informationen liefern, zum Beispiel über den Betriebszustand. Auch die GPS-Technologie ist ein großes Thema für uns“, fasst der Vizepräsident zusammen.

Für Produkte wie Planierraupen und Radlader werde der hydrostatische Antrieb wichtiger. Immer stärkere Maschinen würden heute mit hydrostatischem Antrieb ausgerüstet, so Beatenbough. Er beobachte außerdem, dass die Drehzahlen abnehmen: Um die Lärmentwicklung zu reduzieren, würden Hersteller die Drehmomentkurven anpassen, was in niedrigeren Frequenzen resultiert. Die Kunden würden am hydrostatischen Antrieb vor allem die stufenlos variable Geschwindigkeit und die einfache Bedienbarkeit schätzen, schließt er.

Dies zeigt sich auch bei Liebherr: Das Unternehmen wird auf der Bauma die erste stufenlos hydrostatisch angetriebene Planierraupe in der 70-Tonnen-Klasse präsentieren. Die PR 776 ist für Mining- und Gewinnungseinsätze ausgelegt. Sie wird von einem Liebherr-Dieselmotor mit einer Maximalleistung von 565 Kilowatt (768 PS / 759 HP) angetrieben und soll bei gleicher Schubleistung weniger Kraftstoff verbrauchen als der Industriestandard, so der Hersteller.

Kraftstoffeffizienz steht auch beim XPower-Radlader mit leistungsverzweigtem Fahrantrieb auf dem Programm. Ein Exemplar des Großradladers mit Abgasstufe IV hat inzwischen 70.000 Stunden Testbetrieb in Steinbrüchen, Recyclingbetrieben und Sägewerken überstanden. Das Getriebe übernimmt die gleiche Funktion wie herkömmliche leistungsverzweigte Getriebe, allerdings mit einem höheren Wirkungsgrad. Der Fahrantrieb teilt die vom Dieselmotor kommende Leistung über ein Planetengetriebe in den hydrostatischen und den mechanischen Zweig auf.

Anschließend wird die Leistung wieder zusammengefasst, sodass die volle Leistung für den Betrieb zur Verfügung steht. Dabei passt das Getriebe das Verhältnis der beiden Zweige stufenlos an die jeweilige Arbeitssituation an: Beim Anfahren und beim Laden wirkt ein größerer hydrostatischer Anteil. Beim Fahren mit höheren Geschwindigkeiten ist ein größerer mechanischer Anteil aktiv. Gemeinsam übertragen beide Zweige immer 100 Prozent der Dieselmotorleistung, wobei sich nur das Verhältnis der beiden Zweige ändert. In den Tests sparte die Maschine bis zu 30 Prozent Diesel.