Hänchen-Konfigurator

Der Hänchen-Konfigurator lädt den Konstrukteur ein, mit verschiedenen Kenngrößen Varianten durchzuspielen.

Ein hochwertiger Hydraulikzylinder ist kein Produkt, das unabhängig von den Einsatzbedingungen immer optimal passt”, sagt Sarah Bässler, Marketingleiterin bei Hänchen. Er muss vielmehr entsprechend den Anforderungen seiner Umgebung detailliert ausgelegt werden. Zudem gibt es Parameter, die sich gegenseitig ausschließen.

Sarah Bässler

„Wir möchten dem Kunden einen völlig neuen, zusätzlichen Zugang zum Endprodukt bieten.“
Sarah Bässler, Hänchen

Daher ist der Konstrukteur oft gezwungen, mit den Parametern zu spielen, um die bestmögliche Lösung zu erzielen. Beim HäKo entsteht der passende Hydraulikzylinder durch die Auswahl und Modifikation verschiedener Kenngrößen wie Abmessungen, Wirkungsart, Betriebsdruck, Dichtungs- und Führungssysteme.

„Wir befreien den Anwender vom Korsett eines vorgegebenen Ablaufs”, betont Bässler. „Er erhält zusätzlichen Spielraum im Konstruktionsprozess und darf einem völlig neuen, individuellen und spielerischen Denken folgen.” Beim Einstieg in den flexiblen Konfigurator lädt der Entwickler einen mit Standardwerten vorkonfigurierten Zylinder, den er durch Änderung verschiedener Parameter direkt und in kürzester Zeit an seine Anforderungen anpassen kann.

Dabei ist es möglich, jeden Parameter jederzeit zu ändern, ohne ‚zurückzuspringen’ und somit bereits definierte Eigenschaften noch einmal eingeben zu müssen. Außerdem lässt sich jede Konfiguration speichern, um bei Bedarf selbst nach längerer Zeit wieder mit ihr zu arbeiten oder um diese für eine weitere technische Beratung an Hänchen zu schicken. Zudem kann sich der Kunde auch strukturiert mit Hilfe einer festen Ablauf-Reihenfolge analog zum elektronischen Katalog von Hänchen durch die Parameter klicken. So wird er schnell mit den neuen Möglichkeiten vertraut.

Bei der flexiblen Konfiguration eines Prüfzylinders beispielsweise lassen sich alle Parameter jederzeit im Rahmen des technisch Möglichen beliebig ändern, ohne dass die erneute Eingabe aller anderen Werte nötig ist. Eine Änderung führt sofort zur Aktualisierung der entsprechenden Parameter und zur Berechnung von resultierenden Werten wie maximale Geschwindigkeit, Zylinderkraft bei Systemdruck, Beschleunigung, Amplitude oder Frequenz.

Der HäKo kann so viele Millionen Zylindervarianten konfigurieren, deren technische Logik für alle Parametrierungen durchdacht ist. Was im Rahmen der immensen Vielfalt des HäKo konfiguriert und geändert wird, ist bei Hänchen immer ‚Standard’ und somit kostengünstig. Bei modifizierten Standardzylindern bildet dieses Konfigurationssystem die Basis, lediglich die Anpassung erfolgt über die Konstruktion bei Hänchen.

Technisch sinnlose Parameter zeigt der HäKo sofort durch eine Meldung an. Der Kunde wird durch die Anzeige alternativer Möglichkeiten aufgefordert, die fraglichen Parameter so aneinander anzupassen, dass ein optimierter Zylinder produziert werden kann, der seine Spezifikationen erfüllt. Dabei überprüft der HäKo Fragen wie „Passt die eingegebene Frequenz zur Eigenfrequenz des Zylinders?” oder „Wird die maximale Geschwindigkeit überschritten?” oder „Genügt die Zylinderkraft für die nötige Beschleunigungskraft?” und viele andere.

Und wenn beispielsweise durch eine Veränderung des Durchmessers der Kolbenstangen oder den Anbau eines Kraftaufnehmers andere Anbauteile notwendig sind, fragt das System, ob es diese aus der Konstruktion herausnehmen soll und schlägt alternative Bauteile vor.

Prototypen- und Sonderfertigungsrisiko entfällt

Grundlage eines Auftrags sind Hub, Kolbendurchmesser, Dichtungssystem, Baureihe, maximaler Druck und viele andere Vorgaben, die als Resultat zum optimalen Zylinder führen. Der Konfigurator geht dabei einen völlig neuen Weg: Produkte werden nicht mehr mit Artikelnummern versehen und vom Kunden bestellt.

Der Kunde bestimmt und bestellt vielmehr selbstständig auf der Grundlage seiner Anforderungen den optimalen Zylinder zum Serienpreis und das in kürzester Zeit. Berechnungen werden durchgeführt und transparent gemacht. So zeigt etwa das Fenster für die Wahl des Dichtungssystems bei Test- und Prüfzylindern die dichtungsspezifisch für diesen speziellen Zylinder zulässigen Querkräfte im Verhältnis zum Hub an.

Abschließend werden die Daten an Hänchen und dort direkt an die Fertigung übermittelt. Da die Machbarkeit und technische Sinnhaftigkeit aller Daten vom HäKo sichergestellt sind, entfällt das Prototypen- und Sonderfertigungsrisiko. Damit erlaubt Hänchen auf dem Markt ein völlig neuartiges Konfigurationsdenken, das dem Konstrukteur neue Welten erschließt.

Denn Hänchen erweitert so nochmals sehr stark den Standardbereich, was sich auch auf der Kostenseite für den Kunden positiv auswirkt. Und CAD-Daten können innerhalb weniger Stunden bereitgestellt werden, da die millionenfachen Varianten konstruktionstechnisch vorbereitet sind und daher schnell angepasst werden können.

Der HäKo wurde kürzlich um die flexible Konfiguration von Prüf- und Testzylindern der Baureihe 320 im Internet erweitert. Bis zum Frühjahr 2014 wird als Ergänzung zur festen Ablauf-Reihenfolge auch die flexible Auswahlstruktur der Hydraulik-Zylinder-Baureihen im HäKo verfügbar sein. Eine neue Dimension der Produktauswahl steht dann vollständig für Konstrukteure und Einkäufer zur Verfügung.

Autor nach Unterlagen von Hänchen, www.haenchen.de

Sesselwechsel

Hartmut Hänchen

Hartmut Hänchen: „Ich bin überzeugt, dass Hänchen auf einem sehr guten Weg ist.“

Tanja Hänchen

Tanja Hänchen: „Die Ausrichtung des familiengeführten Unternehmens wird
sich nicht grundlegend ändern.“

Generationenwechsel bei Hänchen

„Aufbruch und Kontinuität gehören zusammen, wenn ein Unternehmen Zukunft haben will,” davon ist Hartmut Hänchen, geschäftsführender Gesellschafter der Herbert Hänchen GmbH & Co. KG, überzeugt. Deshalb wechselte er Ende 2013 in den im Aufbau befindlichen Unternehmensbeirat und übergab die Geschäftsführung für den 1925 gegründeten Betrieb an seine Tochter Tanja Hänchen und seine Neffen Stefan und Matthias Hänchen.

Stefan Hänchen

Stefan Hänchen: „Wir haben in Shanghai ein weiteres Tochterunternehmen zum Vetrieb unserer Produkte gegründet.“

Matthias Hänchen

Matthias Hänchen: „Dass wir als Kleinst-serienfertiger ein eigenes Lean-Konzept entwickelt haben, ist für uns wegweisend.“

 

Sie konnten sich bei dem Hydraulik-Spezialisten bereits seit beinahe einem Jahrzehnt auf ihre neue Aufgabe vorbereiten. Stefan Hänchen wird für Vertrieb und Einkauf zuständig sein, Matthias Hänchen für Fertigung und Entwicklung und Tanja Hänchen für Finanzen, Personal, IT, Marketing und Qualitätsmanagement. Tanja Hänchen wird zugleich Sprecherin der gemeinsamen Unternehmensleitung sein.

Standard an beiden Standorten

Lean-Fertigung bei Hänchen

„Mitarbeiter werden zu Mitbeteiligten“, das ist für Matthias Hänchen der Schlüssel für die Optimierung der Durchlaufzeiten und der Abläufe in der Fertigung bei der Herbert Hänchen GmbH & Co. KG. Der neue, für diesen Bereich verantwortliche Geschäftsführer beschreibt so das Umdenken, das mit der Einführung der Lean-Fertigung bei Hänchen verbunden ist. Dieser Neuansatz wurde von Anfang an als ein sich selbst organisierender Lernprozess konzipiert. Dabei bildeten die Vorschläge der Mitarbeiter die Grundlage, um das seit Jahrzehnten in der Fließband- und Massenproduktion bewährte Lean-Prinzip nun auch auf die Einzelteil- und Kleinserien-Fertigung zu übertragen. Übrigens: Die Umstellung ist inzwischen an den beiden Standorten Ostfildern-Ruit und Oettingen Standard.