Das Material aus dem Hydraulikschläuche gefertigt sind, verändert bei eisigen Lufttemperaturen ihre Eigenschaft.

Prüfen Sie Ihre Fahrzeuge und mobilen Maschinen vor Wintereinbruch oder lassen Sie sie durch Hydraulik-Experten wie Pirtek prüfen. Systematische Prüfung und Erneuerung der Leitungen (nach DGUV 113-020) sind obligatorisch, um plötzliche Defekte und damit verbundene Ausfallzeiten zu vermeiden.

| von Joachim Gasper, Pirtek Deutschland

Im Winter sind die Hydraulikschläuche der Mobilhydraulik besonderen Umweltbedingungen ausgesetzt. Inwieweit diese Verhältnisse Material und Funktionalität der Hydraulikschläuche beeinträchtigen und worauf im Winter besonders zu achten ist, wissen nicht alle Anwender. Auch die DGUV 113-020 (Hydraulikschlauchleitungen und Hydraulik-Flüssigkeiten – Regeln für den sicheren Umgang) gibt darüber bedingt Auskunft. Sie empfiehlt zwar, dass „Hydraulikschlauchleitungen […] vor schädigenden äußeren und inneren Temperatureinwirkungen zu schützen“ sind, geht inhaltlich aber nicht ins Detail.

Schlauchleitung bei extremen Temperaturen

Viele Hydraulikschlauchleitungen sind auch im Winter sehr robust. Die Gummimischungen dieser Schläuche halten Temperaturen im Bereich von -40 bis +100 Grad Celsius ohne nennenswerte Beeinträchtigungen stand. Da sowohl in Deutschland als auch in Österreich derart niedrige Außentemperaturen unter natürlichen Umweltbedingungen erreicht werden, sind die Gefahren für Hydraulikschläuche in zentraleuropäischen Gefilden nicht realistisch.

Wenn Gummi jedoch sehr kalt wird, verändern sich seine Materialeigenschaften. Die Schlauch-Innenschichten und Außenschichten bestehen zum Teil aus Elastomeren, die sich bei dauerhafter Kälte verändern – im schlimmsten Fall sogar zersetzen. Dann wird der Gummi zäh und ledrig, die Schläuche werden hart, steif und unelastisch. Das Biegeverhalten der Leitungen verliert an Flexibilität, was besonders kritisch bei Stoßbelastungen wird. Brüche und Risse im Gummi entstehen. Je tiefer die Temperaturen sinken und je länger die Schläuche extremer Kälte ausgesetzt sind, desto gravierender sind die Folgen.

Bei einer Temperatur von weniger als -40 Grad Celsius (je nach Gummimischung und Härte) erreichen die Gummimischungen dann ihren so genannten Glaspunkt.

Glasübergangstemperatur bei Hydraulikschläuchen

Die Glasübergangstemperatur beschreibt eine Temperatur, bei der das elastische Verhalten des Werkstoffs gegen Null geht, das heißt der Gummi versprödet derart, dass er bei mechanischen Belastungen wie Glas bricht. Typisches Merkmal einer durch Glasbruch zerstörten Schlauchleitung sind feine radiale Risse an der Oberfläche der Schlauchinnen- und Außenschicht.

Streusalz und Sole mit Auswirkungen auf die Hydraulikschläuche

Während Schnee und Nässe zunächst kein Problem für die Gummiummantelung darstellen, verhalten sich die Materialeigenschaften beim Einwirken von Streusalz und Sole, wie zum Beispiel im Bereich der öffentlichen Verkehrssicherheit. Diese Streugüter greifen sowohl den Gummi als auch die Armaturen an – und vor allem im Winterdienst stellen sie eine Gefahr für die Hydraulikschlauchleitungen dar. Besonders fatal: Wenn Streusalz kleine Schäden an den Leitungen verursacht, werden Nässe und Schnee dann zur Gefahr, weil Feuchtigkeit zu den innen liegenden Druckträgern der Schlauchleitung vordringen kann und diese angreift. Es besteht die Gefahr von Rost und einer Hydrolyse.

Prüfen Sie daher besonders vor dem Wintereinbruch die Hydraulikschläuche Ihrer mobilen Maschinen. Die regelmäßige Prüfung und Erneuerung müssen immer nach DGVU 113-020 erfolgen, damit Sie plötzliche Defekte und die damit verbundene Ausfallzeit vermeiden.

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