Airbus A380

Airbus A380: Drei statt zwei Fahrgastbrücken führen vom Terminal zum Flugzeug.

Aggregate sind in hydraulischen Systemen für die Energieversorgung zuständig. Viele Anwendungen benötigen dabei ein speziell auf sie zugeschnittenes Aggregat. Am Frankfurter Flughafen zum Beispiel ist dies unter anderem bei den Flugastbrücken der Fall, über welche die Passagiere das Flugzeug betreten und verlassen. Grund dafür ist der Airbus A380: Das größte Passagierflugzeug der Welt stellt neue Anforderungen an das Boarding und damit auch die Flugastbrücken.

Hydraulische Selbstklettersysteme

In luftiger Höhe: Hydraulische Selbstklettersysteme helfen bei beim Bau von Hochhäusern.

So verbinden in Frankfurt drei statt wie sonst üblich zwei Brücken den A380 mit dem Flughafengebäude. Die zusätzliche dritte Brücke ist hierbei der Zugang für die Business-Class-Gäste. Die Brücke wird auf 8,20 Meter statt der üblichen 5,40 Meter angehoben, da der Eingang im zweiten Stock des Großraumflugzeuges liegt.

Die Energie für die Höhenverstellung dieser Fluggastbrücken liefern Hydraulik-Aggregate. In das verstell- und drehbare Fahrwerk integriert versorgen die Aggregate jeweils zwei doppelwirkende Hydraulik-Zylinder, um die Brücke auf die entsprechende Position anzuheben und eventuell nachzupositionieren, wenn Passagiere das Flugzeug betreten. Durch den zusätzlichen dritten Arm reduziert sich die Boardingzeit beim A380 von 45 auf 34 Minuten, also effektiv um 24 Prozent.

Agilität durch kompakte Bauweise

Neben den stationären Hydraulikaggregaten gibt es auch mobile Ausführungen aus dem Hause Tries. Diese Aggregate werden bei Selbstklettersystemen zur Errichtung hoher Betonbauwerke eingesetzt. Während des gesamten Klettervorgangs sind System und Bauwerk miteinander verbunden.

Die Klettereinheit wird sanft, gleichmäßig und unabhängig von der vorherrschenden Lastverteilung nach oben gehoben, wobei die Hubgeschwindigkeit ungefähr ein Meter pro Minute beträgt. Auf diese Weise wächst der Gebäudekern Stockwerk um Stockwerk. Hieraus ergeben sich bei jedem Wetter ein kranunabhängiges und ergonomisches Arbeiten sowie ein schneller und effizienter Arbeitsrhythmus.

Um die Aggregate agiler und den Transport innerhalb des Bauwerks komfortabel und schnell zu gestalten, können die Hydraulikaggregate in bewegliche Rahmen integriert werden. Die Rahmen verfügen über eine Achse mit Rädern. Ähnlich einer Sackkarre kann das Aggregat über den Drehhebelpunkt gekippt und bewegt werden. Dadurch ist es möglich, die Aggregate variabel in jedem Stockwerk zu positionieren. Die Aggregate werden über Handhebel bedient, die sich auf der Rückseite des Systems befinden.

Umschlag am Hafen beschleunigen

Antwerp Gateway

Automatische Umschlagsgeräte: Die sogenannten ASC sollen im Antwerp Gateway für effizientere Abläufe sorgen.

Auch am Hafen werden anwendungsspezifische Aggregate benötigt. Da die Umschlagvolumina und Frachtaufkommen steigen und darüber hinaus immer größere Schiffe gebaut werden, wächst der Bedarf an neuen Containerumschlagsgeräten. Auch führen diese Entwicklungstendenzen zu Um- und Neubauten von Terminal-Infrastruktur.

Wichtig ist dabei eine möglichst effiziente Raumausnutzung. Das Terminal-Equipment sollte eine hohe Stapeldichte aufweisen, allerdings auch schnell arbeiten. Ein Ergebnis dieser Entwicklung sind automatische Umschlagsgeräte, die sogenannten ASC (Automated Stacking Crane). Sie sollen die Produktivität steigern. Diese Systeme werden zum Beispiel in Belgien im Antwerp Gateway eingesetzt. Mehrere ASC bewirtschaften dort vollautomatisiert das Container-Lager.

Um die Umschlagsleistung zu erhöhen und horizontale Kräfte auf die Hebeeinrichtung zu reduzieren, ist ein intelligentes Bremssystem nötig. Die Bremse des Kranens wirkt dabei direkt auf die Schiene und übernimmt die Funktion einer Betriebsbremse und einer Notstoppbremse. An dieser Stelle kommen Hydraulikaggregate in Spiel. Redundant sind sie paarweise in jedes Schienenfahrwerk integriert und für das Warmfahren der Bremszylinder bei tiefen Umgebungstemperaturen sowie für das Betätigen und Lösen der Bremse vor beziehungsweise nach Bremsvorgängen verantwortlich.

Der gelbe Führungsträger wird aufgrund seiner steifen, vertikalen Ausführung auch bei Windgeschwindigkeiten von 10 Bft (entspricht 89 bis102 km/h) exakt positioniert und verfügt über zwei weitere Hydraulikaggregate. Sie sind zum einen dem Bremssystem der Positioniereinheit zugeordnet. Zum anderen kann bei einem eventuellen Ausfall des Seilantriebes der Führungsträger samt Spreader mit Hilfe der Hydraulikaggregate in einem Notbetriebsmodus verfahren werden. Somit enthält jede ASC-Einheit sechs Hydraulikaggregate der Firma Tries. do

Autor: Felix Neubauer, Tries