Schlaucharmaturen

Korrosion an Schlaucharmaturen: Beschichtungen helfen gegen den Rost, leider sind nicht alle von ihnen gut für Mensch und Umwelt. Bild: Interhydraulik

Was geschieht, wenn die nächste Stufe der REACH-Verordnung in Kraft tritt? Gegenwärtig ist noch nicht genau absehbar, welche Auswirkungen ein weiteres Verbot von Inhaltsstoffen in Bezug auf bestehende metallische Beschichtungssysteme und die Entwicklung neuer Oberflächen mit sich bringt. Sicher ist jedoch, dass diese Systeme Stoffe verwenden, die zum Teil schon heute auf der Indexliste der ECHA (Europäische Chemikalien Agentur) stehen.

schmale Rohre

Das neu entwickelte Verfahren lässt sich auch für Rohre anwenden. Bild: Interhydraulik

Extreme Temperaturen, abrasive und korrosive Umgebungen sind nur einige Faktoren, die auf metallische Komponenten und Schlauchleitungen in einem hydraulischen System einwirken. Kommen Kostendruck und Aspekte des Umweltschutzes hinzu, bedarf es einer Full-Service-Lösung, die dem Kunden langfristig hochwertige und zukunftssichere Produkte bietet.

Mit einem neu eingeführten Oberflächenschutz, der seine Praxistauglichkeit in zahlreichen Tests und im täglichen Einsatz unter Beweis gestellt hat, bietet Interhydraulik eine solche Komplettlösung an. Der Systemlieferant für die hydraulische Verbindungstechnik aus dem nordrhein-westfälischen Selm hat in einer groß angelegten Versuchsreihe die zukünftigen Anforderungen an Oberflächensysteme ermittelt.

Es wurden Randbedingungen wie beispielsweise Umgebungsmedien, Temperatur, Einsatzdauer und Umweltanforderungen analysiert. Anhand der Versuchsergebnisse war es möglich, den Korrosionsschutz auf Bauteilen, die nach dem Beschichten noch verformt werden, signifikant zu verbessern.

Die Versuchsergebnisse wurden durch zusätzliche Praxistests in unterschiedlichen Einsatzgebieten bestätigt. Selbst die 1000-Stunden-Grenze im Salzsprühnebeltest wurde dabei überschritten. Die Ergebnisse aus den Praxistests waren für das Unternehmen während der mehrjährigen Entwicklungsphase besonders entscheidend, da die Ergebnisse aus den beschleunigten Prüfungen nicht allgemeingültig auf das reale Verhalten übertragbar sind.

Jedoch beziehen sich nach wie vor viele Kundennormen auf den bekannten Salzsprühnebeltest nach ISO 9227, in dem es allerdings auch heißt: „Er ist nicht als Vergleichsprüfung gedacht, um unterschiedliche Werkstoffe nach ihrer Korrosionsbeständigkeit einzustufen.“

Robust gegen Verformung

Besonders die erhöhte Duktilität der neu eingeführten Beschichtung war für den Anbieter ausschlaggebend. Da Fassungen beim Konfektionieren einer Schlauchleitung verformt werden, kann es bei einem nicht optimal ausgewählten Oberflächenschutz zu Beschädigungen in den Zink- oder Zinklegierungsschichten kommen. Im Extremfall führt dies sogar zur Ablösung von Partikeln der Schicht. Die gelösten Partikel des Oberflächenschutzes können zu einer Belastung der Umgebung und zu einer Reduzierung des Korrosionswiderstandes führen. Durch die große Verformbarkeit der neuen Oberfläche treten diese Effekte nicht auf.

Anschlüsse verpressen

Bild 1Diese Eigenschaften sind nicht nur bei Schlauchleitungen und deren Fassungen vorteilhaft, sondern auch bei anderen Komponenten, wie zum Beispiel Rohrleitungen. Rohre mit dem neuen Oberflächenschutz sind prozessbedingt auch von innen verzinkt. Nach der Beschichtung können die gewünschten Umformprozesse wie das Biegen des Rohres oder das Anformen eines Dichtkopfes problemlos durchgeführt werden.

Bild 2Auch andere Anschlussformen können durch das patentierte Interhydraulik-Rohrpress-Verfahren an den Rohren angebracht werden. Ähnlich dem Herstellprozess bei Schlauchleitungen können hierbei die verschiedensten Anschlusssysteme nur durch Verpressen mit dem Rohr verbunden werden. Eine Warmbehandlung durch Schweißen oder Löten mit anschließendem Beschichtungsprozess ist somit nicht mehr erforderlich.

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Im Test schlägt die Stunde der Wahrheit: Beispiele für Partikelemissionen verschiedener, handelsüblicher Fassungen beim Pressvorgang. Bilder: Interhydraulik

Mit diesem Verbindungverfahren können CEs, DKOs, Flanschsysteme oder auch ORFS-Anschlüsse dauerhaft und drucksicher an Rohrenden angebracht werden. Dies ist ebenfalls auf fertig beschichtete Rohre mit anderen Oberflächenschutzsystemen anwendbar. Durch die Einführung des neuen Oberflächenschutzes bietet Interhydraulik den Anwendern eine weitere Oberfläche, die sich durch den Verzicht auf umstrittene Inhaltsstoffe wie Nickel oder Kobalt als zukunftsfähiges Produkt auszeichnet. do

Autorin: Julia Lübke, Interhydraulik