Salzverlageanlage

Der schwenkbare Rüssel der Salzverladeanlage mit hydraulischer Steuerung bei Akzo Nobel in Hengelo/Holland. Der Rüssel muss so bewegt werden, dass zwei nebeneinander liegende Frachtschiffe optimal beladen werden. Bild: Milde

Das Unternehmen Milde Hydraulik setzt bei der fluiden Entwicklung, Fertigung und Dokumentation ihrer vorwiegend stationären Hydraulik-Aggregate und -systeme seit über zehn Jahren auf die E-CAD-Suite von WSCAD. Die hydraulischen Steuerungen nebst Elektrik finden sich in Spann- und Vorschubfunktionen bei Werkzeugmaschinen, großen Förderanlagen oder Hubbühnen wieder.

Kaltkreissäge

Bild: Rattunde

Ein im wahrsten Sinne des Wortes weithin sichtbares Projekt des Anlagenbauers war die hydraulische Steuerung für eine Salzverladeanlage. Das Salz wird unterirdisch gefördert, aufbereitet und dann über Förderbänder und einem großen Auslegearm in Schiffe verladen.

Disziplin FE

Bei Rattunde, Hersteller von Kaltkreissägen für die Verarbeitung von Rohren, werden Maschinen projektiert und der Fluidplan mithilfe der Disziplin FE erstellt. Bild: Rattunde

Der schwenkbare Rüssel des Auslegers musste so bewegt werden, dass zwei nebeneinander liegende Frachtschiffe mit hoher und ausgeglichener Ladedichte optimal beladen werden können. Die typische Kegelbildung bei Verladung sollte vermieden werden.

Nach der Abstimmung mit dem Auftraggeber folgten die Berechnung der Bewegungsgeschwindigkeiten und die Darstellung des Grobkonzeptes. Weil die Engineering-Software schnell und unkompliziert ist, setzte Milde Hydraulik das Programm bereits beim Prototyping ein. Die hilfreichen Funktionen für die Hydraulik konnten von Anfang an genutzt werden.

Wie zum Beispiel die logischen Verbindungen der Bauteile untereinander oder die automatische Vergabe von Schlauchbezeichnungen. In allen Fluid-Symbolen sind Funktionen wie Haupt- und Nebenelemente oder Anschlussbezeichnungen und Rohrinformationen hinterlegt.

Über die automatisch generierten Materiallisten – verknüpft mit dem ERP-System des Unternehmens – gab es sehr schnell erste Kalkulationen und Preisübersichten. Und es war klar, mit welcher Technik, Hydraulik und mit welchen elektrischen Komponenten sowie zu welchen Kosten die Lösung aussehen würde. Nach dem Zuschlag folgte die Feinplanung, Herstellung und dann der Einbau der gesamten Hydraulik vor Ort bei Akzo Nobel in Hengelo/Holland.

Schaltplan und Co. einfach erstellen

Der hydraulische Schaltplan, die Geräteliste bis hin zu den Prüfanweisungen wurden mit der Disziplin FE entwickelt, die Elektrik mit dem Stromlaufplanmodul EE. Als besonders hilfreich erwiesen sich die von der Software nebenbei generierten Prüflisten – ein Muss in punkto ISO-Zertifizierung oder Garantieleistungen.

Dezentraler SPS-Knoten

Dezentraler SPS-Knoten zur Auswertung von Sensoren und Ansteuerung der pneumatischen Komponenten einer Anfasmaschine von Rattunde. Bild: Rattunde

Die geplanten Symbole wurden dazu mit der Kennung prüfen versehen; mit ihnen verbunden sind Einstellwerte wie Ölstrom oder Öldruck. Wenn aktiviert, erstellt WSCAD automatisch eine Liste mit allen zu prüfenden Komponenten im System, die dann Schritt für Schritt abgearbeitet werden kann. Weil im Anlagenbau jede Entwicklung ein Einzelfall ist und es jedesmal einen anderen Prüfplan gibt, bedeutet dies laut Geschäftsführer Thomas Milde neben der Vermeidung von Fehlern eine enorme Zeitersparnis.

Perfektes Zusammenspiel

Ähnlich gelagert sind die Anforderungen bei Rattunde. Der Maschinenbauer mit Hauptsitz in Deutschland stellt Kaltkreissägen für die Verarbeitung von Rohren her. Die Maschinen sind modular aufgebaut.

So stellen sich die vorwiegend aus der Automobilzuliefererindustrie kommenden Kunden aus einer Art Katalog ihre individuell benötigten Systeme zusammen. Die Handzeichnungen früherer Zeiten waren zeitaufwendig und fehlerhaft; das heutige Angebot des Sägenherstellers wäre auf dieser Basis schlicht nicht möglich.

Die gewünschte Maschine wird gemäß der Kundenanforderungen projektiert, der Fluidplan mithilfe der Disziplin FE erstellt. Es folgt der Stromlaufplan mit EE, aus ihm wird die Stückliste generiert und ins ERP-System übergeben. Mit der Disziplin CE wird der passende Schaltschrank zur Maschine erzeugt.

Die Fluid- und Elektropläne sind mithilfe von Makros modular aufgebaut – was einen hohen Automatisierungsgrad ermöglicht. Makrovarianten ermöglichen einen schnellen Tausch kundenspezifisch gewünschter oder als Standard vorgegebener Komponenten. Ein Knopfdruck genügt, der manuelle Aufwand dagegen ist nicht mehr darstellbar.

Automatische Listenerstellung

Gleiches gilt für den Komplexitätsgrad typischer Stromlaufpläne mit über 200 Seiten Umfang. Die Software erlaubt es beispielsweise, Inhaltsverzeichnisse, Stücklisten oder von Kunden geforderte Ersatzteillisten automatisch zu erstellen. Eine Stärke der WSCAD-Lösung ist laut Andreas Arnold, Elektrokonstrukteur bei Rattunde, der gemeinsame Kernel mit zentraler Datenbank.

Fluid- und Stromlaufplanung wie auch der Schaltschrank sind miteinander verschmolzen. So kann man innerhalb der Pläne zum Beispiel direkt vom elektrischen Anschluss eines Ventils den Pneumatikplan aufrufen. Nicht nur eine Erleichterung bei der Entwicklung, sondern auch bei der Inbetriebnahme und Störungssuche vor Ort.

Die Monteure und Servicetechniker nehmen die aus der E-CAD-Software erzeugten und in sich ebenfalls intelligent verlinkten PDF-Pläne mit und können so beispielsweise auf Knopfdruck den elektrischen Anschluss eines bestimmten Ventils aufrufen und die Platzierung seiner Steuerung im Schaltschrank erkennen.

Gerade der integrierte Ansatz mit gemeinsamen Kernel und zentraler Datenbank ist eine der Stärken der Engineering-Software. Wer jetzt noch die Gebäudeautomatisierung und Elektroinstallation mit der Software weiter plant und umsetzt, kann sogar die Position der Maschine oder eines Schaltschranks in der Fertigungshalle abrufen. Oder – ganz im Sinne einer ganzheitlichen energieeffizienten Betrachtung – das Wechselspiel von Maschinen, Anlagen und Räumen planen und miteinander in Einklang bringen. hei

Autor: Michael Widmann, WSCAD

Technik im Detail

Die WSCAD Suite auf einen Blick

  • Sechs miteinander integrierte Disziplinen für Stromlaufplanerstellung (EE), Schaltschrankplanung (CE), P&ID Verfahrenstechnik (PI), Fluid-Technik (FE), Gebäudeautomatisierung (BA) und Elektroinstallation (EI)
  • Symbole und Artikeldaten liegen in einer zentralen Datenbank – über eine Million weiterer Artikeldaten im WSCAD- und EPLAN-Format stehen über wscaduniverse.com kostenlos zur Verfügung
  • Automatisierung und Standardisierung durch Makros und Makrovarianten
  • Planerstellung auf Knopfdruck mit dem ProjectWizard
  • detaillierte Benutzerverwaltung für mehr Sicherheit und große Projektteams
  • Sprachvarianten für internationale Projekte
  • Integration in bestehende IT-Umgebungen: PLM-/ERP-Anbindung (Teamcenter, SAP, Microsoft Dynamics NAV, etc.)
  • Schnittstellen zu Bearbeitungs- und Fertigungszentren (Schaltschrankfertigung, Kabelkonfektion, Labeling-Drucker, PLS, Wago Smart Designer, etc.)
  • attraktiver Preis bei Beschaffung und für Wartung
  • Lizenzabstufungen für den selbstständigen Elektroinstallateur bis zu globalen Unternehmen.