Dagmar Oberndorfer

Für die Filmemacher kam das Aufkommen computergenerierter Spezialeffekte einem Befreiungsschlag gleich. Endlich waren ihrer Vorstellungskraft keine Grenzen mehr gesetzt. Dagmar Oberndorfer

Heute lässt sich jede noch so realitätsferne Vision verwirklichen – zumindest auf der Leinwand. So überfluten uns im Kinosaal Bilder von fantastischen Landschaften und Technik, die zu sehen uns im wahren Leben mit offenem Mund staunen ließe.

Eine Konstruktion, die direkt aus einem dieser utopischen Science-Fiction-Filme zu kommen scheint, eröffnet diese Ausgabe der fluid.

Die Rede ist vom „Falkrik Wheel“ in Schottland (S. 10). In diesem „Rad“, eigentlich erinnert es mehr an eine Doppelaxt oder eine Wippe, überwinden Schiffe im Kreisbogen den Höhenunterschied zwischen dem Union Canal und dem Forth and Clyde Canal.

Die gesamte Konstruktion ist 35 Meter hoch. Je vier 20-Meter Boote haben in den beiden Transporttrögen der rotierenden Schleuse Platz. Bitte Popcorn bereithalten!

Nicht weniger futuristisch muten die Unterwasserschläuche an, in denen Rohstoffe wie Gold, Diamanten und Nickel vom Unter-Wasser-Abbau am Meeresboden zum Förderschiff transportiert werden (S. 22). Aus einer Tiefe von bis zu 2500 Metern führen die Gesteinsleitungen hinauf.

Das Fortschreiten der Technik löst jedoch nicht bei allen Begeisterung aus. Oft genug reagieren Menschen mit Skepsis oder sogar Furcht auf Neuentwicklungen.

Dafür sind nicht nur düstere Zukunftsvisionen zuständig à la George Orwells „1984“ oder die Matrix-Filmreihe. Spektakuläre Fehlschläge wie das Disaster mit der Deepwater-Horizen-Plattform tragen ihren Teil bei.

Eine Konsequenz aus dem Vorfall im Golf von Mexiko ist das Oil-Spill-Emergency-Response-Projekt. Hier spielt die Fluidtechnik eine wichtige Rolle: Beim nächsten Unfall sollen Spezialschläuche dazu beitragen, das Bohrloch schneller zu schließen.

Einen Blick in die unmittelbare und gar nicht düstere Zukunft erlaubt ein Messebesuch. Wir haben uns aus diesem Grund auf der Interforst umgesehen und die interessantesten Neuheiten für Sie zusammengestellt (S. 16). So viel sei verraten: In der Wald- und Forstindustrie spielen moderne Sensortechnik und Vernetzung bald eine noch größere Rolle.

Das Hohenheim Institut zeigte beispielsweise eine Hose, die mittels eingenähter Sensoren erkennt, wenn sich die Motorsäge sich dem Bein nähert und diese ausschaltet. Außerdem soll die Holzernte effizienter werden: Weniger Kraftstoffverbrauch, Leichtbau und geringere Wartungskosten stehen auf der Agenda.

Da zeigen sich doch die guten Seiten des Fortschritts!

Dagmar Oberndorfer, Redaktion

Faksimile Oberndorfer