Wolfgang Kräußlich

Wolfgang Kräußlich

In meiner aktiven Zeit bei John Deere waren ungesetzliche Dinge ein völliges No-Go“ erklärte Prof. Thomas Herlitzius vom Lehrstuhl für Agrarsystemtechnik der TU Dresden gegenüber fluid auf die Frage, ob ein Skandal wie bei VW auch in der Landtechnik auftreten könnte. Ganz von der Hand zu weisen ist die Frage sicher nicht, sind doch Verschärfungen der Abgasgrenzwerte seit Jahren eine stetige Qual für Konstrukteure mobiler Arbeitsmaschinen.

Doch wer ist verantwortlich für den Missbrauch technischer Möglichkeiten? Der Ingenieur, der für ein Problem mehrere Lösungen findet, jeweils mit unterschiedlichen Kosten – monetär, zeitlich und moralisch? Oder der, der entscheidet, welches System tatsächlich in die Produktion eingeführt wird? Braucht es einen ethischen Kodex in Unternehmen oder nur ein vernünftiges Risiko-Assessment?

Für Gunther Kegel, selber Ingenieur, Vorsitzender der Geschäftsleitung von Pepperl + Fuchs und im Vorstand des ZVEI, ist die Sache einigermaßen klar: Er deklarierte die Abgas-Software von Volkswagen gegenüber der Zeitung „Welt“ als „beeindruckende Entwicklungsleistung“. Nur in der Praxis hätte sie nicht angewendet werden dürfen.

Was das mit braven Fluidtechnikern zu tun hat? Maschinenrichtlinie, Lärmschutz, Gift in Ölen oder Korrosionsschutz, Energieeffizienz: Auch in Hydraulik und Pneumatik gibt es Verlockungen, denen man dank Industrie 4.0 per Software nachgeben könnte. Stark sie ist, die dunkle Seite …

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