Ingrid Fackler

Das Fortschrittsdenken wurde – wie so vieles in unserer abendländischen Kultur – von den Griechen geprägt. Der Begriff προκοπή (prokope) der Stoiker ging später als progressus in den lateinischen Wortschatz ein. Interessant dabei, dass der Fortschrittsgedanke auch eine Verbesserung implizierte, dass die Veränderung einem Ziel zusteuern und die Entwicklung linear und planvoll verlaufen sollte.

Interessant dabei, dass der Fortschrittsgedanke auch eine Verbesserung implizierte, dass die Veränderung einem Ziel zusteuern und die Entwicklung linear und planvoll verlaufen sollte.

Der Fortschrittsglaube hat auch den Agrarsektor erfasst: Größer, schneller und breiter sind die Attribute, die den Fortschritt in der Landwirtschaft begleiten. Dass „Smart Farming“ auch die neuen Entwicklungen der Elektronik und Sensorik umfasst, können Sie in unseren Vorberichten zur Agritechnica 2011 auf den Seiten 10, 12 und 40 nachlesen.

Auch in der Landtechnik stellt sich die Gretchenfrage: Wann kommt der Schlepper mit rein elektrischen Anbaugeräten? Schon zeichnet sich „ein klarer Trend zur Elektrifizierung der Traktoren und ihrer Anbaugeräte ab“, vermeldet unser Autor im Beitrag „Zeitenwende“ ab Seite 40.

So hat sich Anfang 2011 in der Agricultural Industry Electronics Foundation die Arbeitsgruppe „High Voltage“ zur Normierung eines elektrischen Hochvolt-Anschlusses gebildet, die den Traktor mit elektrischen Anbaugeräten verbindet. Wird dieser Trend die seit 75 Jahren gebräuchliche Dreipunkt-Regelhydraulik bei Zugmaschinen ablösen?

In diesem Jahr jedenfalls werden auf der Agritechnica noch leistungsfähigere Traktoren mit ebenfalls leistungsfähigeren Hydraulikanlagen (Hydraulikpumpe bis 85 cm3 Fördervolumen, Förderleistung bis 222"l/min bei bis zu 200 bar) zu sehen sein.

So werden künftig auch im Agrarbereich elektrische Schnittstellen mechanische und hydraulische Schnittstellen (in der Sä-, Pflanz- und Düngetechnik) ergänzen – die Hydraulik wird jedoch weiter in den Einsatzbereichen punkten, in denen der Kraftbedarf im Vordergrund steht. Auch wenn sich die Einsatzfelder ändern mögen – die hydraulische Antriebstechnik wird bestehen!

Was meinen Sie? Auf Ihre Zuschriften freut sich die gesamte fluid-Redaktion mit