Franz Graf, ehemaliger Chefredakteur fluid

Franz Graf, ehemaliger Chefredakteur fluid

Vom 9. Internationalen Fluidtechnischen Kolloquium in Aachen ist hier die Rede. Und um Hydrauliker, Pneumatiker und Fluidtechnik-Anwender auf die Veranstaltung einzustimmen, hat fluid mit dem IFAS-Chef Prof. Dr.-Ing. Hubertus Murrenhoff ein Interview geführt.

Auf die Frage, ob es denn auf dem 9. IFK zum Thema biologisch abbaubare Druckflüssigkeiten Vorträge gäbe, antwortet der Leiter des Instituts für fluidtechnische Antriebe und Steuerungen der RWTH Aachen: „Die biologisch schnell abbaubaren Fluide stehen nicht im Fokus der Tagung.“

Davon losgelöst hat sich fluid diesem Thema angenommen und berichtet in dieser Ausgabe auf zwölf Seiten über Bio-Hydrauliköle. Mehrere Hintergrundberichte, Interviews und eine Marktübersicht sollen Transparenz in ein Thema bringen, das über 25 Jahre alt ist.

Der anerkannte Bioöl-Experte Milorad Krstic leitete im Jahresabschlussheft fluid Markt 2012 seinen Beitrag über den langen Leidensweg der Bioöle recht treffend ein: „In den letzten 25 Jahren ist mit biologisch schnell abbaubaren Hydraulikölen viel ausprobiert worden.

Herausfinden wollte man auch immer wieder aufs Neue, wie viele Rückschläge diese verkraften können. Dem unbedarften Betrachter dieser ein Vierteljahrhundert andauernden Entwicklung drängt sich der Verdacht auf, dass man mit den Rückschlägen kaum Zeit verlieren wollte.“ Kristic ist in dieser Ausgabe wieder mit dabei.

Allerdings stehen dieses Mal seine Aussagen zum Thema Bio-Hydrauliköle nicht alleine. Wir haben mit den gleichen Fragen auch noch Rainer Janz konfrontiert und ihn um seine Meinung gebeten. Umrahmt wird dieser Dialog von einer umfangreichen Marktübersicht und einem kommentierenden Text (Seite 30).

Dass es in einem Technologiereport über Forstmaschinen (Seite 12) neben Fahrantrieben und Arbeitshydraulik auch um Bioöle geht, verwundert nicht. Denn Branchenkundige haben ermittelt, dass durch die intensive industrielle Forstbewirtschaftung unsere Wälder jährlich mit rund drei Millionen Liter Hydrauliköle belastet werden.

Zusätzlich wird der Waldboden mit zehn Millionen Liter Sägekettenöl der Vollernter und Motorsägen kontaminiert. So ist es nachvollziehbar, dass bei Forstmaschinen Bioöle inzwischen schon beinahe Standard geworden sind. Das ist aber nur die zweitbeste Lösung.

Wie heute Forstmaschinen-Hersteller zum Thema Bio-Hydrauliköle stehen, erfahren Sie im Interview mit Klaus Langendorf von Liebherr. In Aachen werden die Teilnehmer des Kolloquiums über Märkte und Technik diskutieren – ganz sicher auch über Bioöle.

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Franz Graf, Chefredakteur