Wolfgang Kräußlich

Es ist ja oft ein hin und her. Zum Beispiel bei den Spritzgießmaschinen. Lange Jahre waren sie eine Domäne der Hydraulik, bis vor einigen Jahren ein paar namhafte Hersteller begannen, auf Elektroantriebe umzusatteln. Der rein elektrischen Spritzgießmaschine schien die Zukunft zu gehören. Wolfgang Kräußlich

Und so kamen Hybridmaschinen auf den Markt, manche Baureihen wurden sogar wieder komplett auf Hydraulik umgestellt. Allerdings mit einer kleinen Änderung: Es wurde verstärkt auf Servohydraulik gesetzt. Die kleine Ergänzung klingt harmlos, hat es aber regelungstechnisch in sich. Hersteller Arburg beschreibt es auf seiner Website so: „Das Antriebssystem, bestehend aus einem Servomotor und einer Konstantpumpe, ermöglicht eine stufenlose Anpassung an den tatsächlichen Leistungsbedarf. Der Clou dabei: Bei Bewegungsstillstand der Maschine steht auch der Pumpenantrieb. Mit der Servo-hydraulik entstehen also keine Leerlaufverluste mehr.“

So weit, so gut. Das Problem: Viele Beteiligte haben sich auf den Trend noch nicht so recht eingeschossen. Hatte früher ein Asynchronmotor vor einer Pumpe etwa 4 kW, so leistet ein Servomotor in der selben Baugröße leicht einmal 17 kW. Die braucht er auch, wenn die Dynamik des Servosystems aus der Pumpe kommen soll. Hinzu kommt: Für die Servohydraulik arbeiten Pumpen oft im Reversierbetrieb. Aber viele Pumpen haben Zahnachsen oder solche mit einer Passfeder. Für die wechselnden Belastungen wären runde Achsen aber besser.

Kupplungen müssen spielfrei sein, das gesamte System mus Druckspitzen aushalten. All das bringt neue Herausforderungen vor allem für die Komponenten, um die es in dieser Ausgabe vorrangig gehen soll: für das oft vernachlässigte Zubehör, für Rohre, Schläuche, Verbindungstechnik, Armaturen, Dichtungen und Filter.

Die Kunden verlangen zuverlässige, robuste und leistungsfähige Produkte, gerade in der Fluidtechnik. „Die meisten Ausfälle sind auf Konstruktionsfehler zurückzuführen“ erklärt Ulrich Hielscher von der IHA auf Seite 26.

Und dass Industrie 4.0 auch unsere Branche deutlich beeinflussen wird, lesen Sie im Trendreport von der Achema auf Seite 16 sowie in den zahlreichen anderen Beiträgen dieser Ausgabe. Die Fluidtechnik wird sich neu erfinden müssen. Bei uns erfahren Sie, wie.

Viel Spaß beim Schmökern in Ihrer fluid Technik.

Signatur Kräußlich