Wolfgang Kräußlich

Mir ist kürzlich ein Schlauch geplatzt. Zumindest sah es so aus, als sich die Verschraubung am Schlauchnippel meiner Blumengieß-Spritzpistole löste. Wolfgang Kräußlich

Was im heimischen Garten bei passendem Wetter für Heiterkeit sorgt, kann im Falle eines Hydraulikschlauches leicht zu einer Katastrophe führen.

Auch eine Pneumatik-Leitung mit einigen hundert Bar weniger kann dank Peitschenschlages zu ernsten Verletzungen oder Schäden führen.

Und selbst wenn Mensch und Maschine den Vorfall unbeschadet überstehen, bleibt oft eine Öllache und vor allen Dingen eines: Stillstand.

Dabei sollte die Rechnung ganz einfach sein: Die Stunde Verdienstausfall liegt je nach Maschine und Einsatzszenario zwischen wenigen Hundert bis zu mehreren Tausend Euro. Der Preisunterschied zwischen einem einfachen und einem hochwertigen Schlauch liegt in aller Regel darunter.

Oft hat man den Eindruck, dass bei teuren Komponenten wie Pumpen, Ventilbaugruppen oder Zylindern auf Qualität und Langlebigkeit geachtet wird, bei Cent-Artikeln wie Schläuchen und Dichtungen aber auf den Preis. (Und ja, liebe Dichtungshersteller, ich weiß, dass es auch Dichtungen für mehrere Hundert Euro pro Stück gibt. Im Vergleich zu den Gesamtkosten der Maschine sind das aber immer noch Cent-Artikel…)

Weil also all diese Cent-Artikel so wichtig sind, widmen wir uns einmal im Jahr mit der Sonderausgabe fluid Technik ganz besonders den unscheinbaren Komponenten.

Den Rohren und Schläuchen, den Nippeln, Verschraubungen, Flanschen und Nuten, den Kupplungen und Kugelhähnen. Das kann dabei ganz schön Hightech werden, wie das Beispiel von Schläuchen mit integriertem Wireless-Condition-Monitoring belegt.

Und weil Menschen auch einmal versagen können, weil Konstrukteure Dichtungen falsch auslegen oder Monteure Schläuche knicken können, oder weil einfach nur der Zahn der Zeit an den Maschinen nagt, geht eben regelmäßig doch das eine oder andere zu Bruch.

Und deshalb widmen wir uns in dieser Augabe auch einmal den mobilen Schlauch-Services, die jeden Tag vor Ort den reibungslosen Betrieb der vielen Maschinen und Anlagen unterstützen.

Also, viel Spaß beim Schmökern und: immer auch die kleinen Dinge im Auge behalten.

Wolfgang Kräußlich, Leitender Chefredakteur

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