Joachim Vogl

Joachim Vogl

Ja, wir Menschen lassen uns immer wieder aufladen – elektrostatisch. Leider gilt das auch für Hydraulikflüssigkeiten.

„Bei herkömmlichen Hydraulikölen wird häufig Zinkdithiophosphat eingesetzt, das als Verschleiß- und Korrosionsschutz sowie als Antioxidans wirkt, aber als gesundheitsschädlich gilt.

Deshalb verzichtet man zum Beispiel bei umweltverträglichen Ölen auf diesen Zusatz, wodurch die Leitfähigkeit herabgesetzt wird und sich die Gefahr der elektrostatischen Aufladung erhöht“ erklärt Matthias Jung, Produktmanager Filterelemente bei Argo-Hytos.

„Solche Aufladungen können sich in plötzlicher elektrostatischer Blitz-Entladung im ganzen System, verbunden mit direkten Komponentenausfällen, auswirken“, weiß Frank Jung, Geschäftsbereichsleiter der Hydac Filter Systems. „Findet die Entladung im Filter statt, wird in der Regel die Filtermatte durchlöchert, resultierend in Bypassbildung und somit Verlust der Filterleistung.“ Um sowohl den Filter als auch das ganze System hiervor zu schützen, hat Hydac die Filterelementreihe StatFree entwickelt (wir berichteten in fluid 3/2013 darüber). Diese leitet beim Durchströmen Ladungen im Öl ab und verhindert somit solche Blitz-Entladungen.

Bei Argo-Hytos heißt der Schutz vor elektrostatischen Endladungen Exapor Spark Protect. Was die neuen Filter­elemente dieses Unternehmens leisten, skizziert das Interview mit dem eingangs zitierten Matthias Jung in der vorliegenden Ausgabe (Seite 28).

Dass das Thema „elektrostatische Aufladung“ mehr und mehr an Bedeutung gewinnt, bestätigte auch die „Untersuchung der elektrostatischen Aufladung von Hydraulikflüssigkeiten bei der Durchströmung von Filtern“, die vom Institut für fluidtechnische Antriebe und Steuerungen der RWTH Aachen auf der kürzlich beim VDMA in Frankfurt stattgefundene Informationsveranstaltung des Forschungsfonds Fluidtechnik präsentiert wurde und über die wir in der nächsten Ausgabe ausführlicher berichten werden.

Joachim Vogl, Redakteur