Wolfgang Kräußlich

Man kann sagen was man will, Industrie 4.0 ist auf dem Weg. Bereits zum dritten Mal in Folge hat sich die Hannover Messe das Motto „Integrated Industry“ gegeben, diesmal mit dem Zusatz „Join the Network“. Dreimal das Gleiche, und sowohl Aussteller, als auch Besucher scheinen des Themas nicht überdrüssig zu werden. Kein Experte weltweit streitet ab, dass die Digitalisierung alle Bereiche des Lebens durchdringt: Privatleben, Ökonomie, Technologie. Wolfgang Kräußlich

Bereits 2020 soll der Umsatz Prognosen zufolge auf 1800 Milliarden Dollar gestiegen sein und, Achtung, mit 950 Milliaden Dollar solle der Löwenanteil daran im Bereich Machine-to-Machine-Kommunikation liegen!

Doch was heißt das für die Fluidtechnik-Branche? Dass sie sich sputen muss! Denn ohne ein solides Konzept zur Vernetzung und Digitalisierung wird kein Industriezweig die kommenden zehn Jahre überstehen. Die Pneumatik ist da schon sehr weit, denn dank ihrer anwendungstypischen Nähe zur allgemeinen Automatisierungstechnik ist sie schon länger unter dem Druck, mit elektrischer Antriebstechnik zu konkurrieren.

Schwieriger sieht es in der Hydraulik aus. Zwar lassen sich auch hier erste Ansätze integrierter Sensorik oder intelligenter Pumpensteuerung erkennen. Eine klare Digitalisierungsstrategie sieht man abseits der Multitechnologiekonzerne wie Rexroth, Parker oder Eaton aber leider nicht. Das ist fatal, weil selbst angestammte Hydraulik-Branchen wie die mobilen Maschinen einen klaren Trend zur Vernetzung und auch Elektrifizierung zeigen, wie Sie in unserem Trendreport auf Seite 36 nachlesen können.

Auch in unseren Berichten zu den Neuheiten der Hannover Messe auf den Seiten 10 und 68 sehen Sie, dass sich Industrie 4.0 nicht aufhalten lässt. Aber am besten gehen Sie selber auf die Messe und machen sich schlau. Für die Hydraulik geht es ums Ganze.

Wolfgang Kräußlich, Leitender Chefredakteur

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