Neue ZR  Kompressoren Installation - Bild: Atlas Copco

Druckluftstation mit ölfrei verdichtenden Kompressoren der neuen ZR-Baureihe - Bild: Atlas Copco

Bei der Auslegung einer Kompressorstation müssen zahlreiche Parameter berücksichtigt werden, um den Anforderungen des Betreibers und der jeweiligen Anwendung gerecht zu werden sowie möglichst niedrige Betriebskosten zu erzielen. Auch sollte die Station für zukünftige Erweiterungen gewappnet sein. Dabei gilt es zu beachten, dass die Maschinen selbst sowie die Planung und Installation nur einen geringen Teil der Gesamtkosten im Lebenszyklus ausmachen. Die späteren Betriebskosten, insbesondere die Energiekosten, verschlingen den Löwenanteil. Daher sollte jede Planung auf wartungsfreundliche und effiziente Technik setzen – von den Kompressoren über das Rohrleitungssystem bis hin zu den Drucklufttrocknern und Filtern. 

Wer eine Druckluftstation für einen neuen industriellen Produktionsstandort effizient, kostengünstig und nachhaltig planen möchte, sollte zunächst alle wichtigen Informationen zu den Rahmenbedingungen zusammentragen. Welche das sind und was Sie dazu wissen müssen, wird in diesem Beitrag angerissen sowie in einem Whitepaper von Atlas Copco ausführlich erklärt. Dieses können Sie bei dem Hersteller kostenlos anfordern.

Druckluftbedarf ist die entscheidende Variable für die Planung

Bevor allerdings die Maschinen für die Kompressorstation in Abhängigkeit von Effizienz und Druckluftqualität festgelegt werden können, muss der erwartete Druckluftbedarf bekannt sein, eventuell mit gewünschter Reserveluftmenge und etwaigem Bedarf zukünftiger Produktionsausweitungen. Auch ist der erforderliche Betriebsüberdruck festzulegen, da er die Bauart der Kompressoren und damit ihre Größe sowie den künftigen Energiebedarf der Druckluftanlage entscheidend beeinflusst.

Manchmal sind mehrere Druckluftnetze wirtschaftlicher als ein einziges

Zuweilen ist es wirtschaftlicher, mehrere Druckluftnetze vorzusehen, mit verschiedenen Kompressoren für unterschiedliche Druckniveaus. Das mag mehr Stellfläche beanspruchen, amortisiert sich aber recht schnell. In dem Whitepaper von Atlas Copco finden sich Beispiele von Unternehmen, die mit zwei Druckluftnetzen arbeiten – jeweils einem Niederdrucknetz und einem „normalen“ Arbeitsluftnetz. So befördert etwa der Baustoffe-Hersteller Schomburg in Detmold mit 2-bar-Luft aus dem Niederdrucknetz Grundstoffe aus Lkw in Silos; das Arbeitsluftnetz wird mit 7 bar betrieben. Die Erfahrungen mit den Niederdruckkompressoren von Atlas Copco beschreibt der Hersteller in diesem Video: 

Atlas Copco - Pneumatische Förderung von Baustoffen bei Schomburg in Detmold

Ist der Gesamtbedarf der einzelnen Verbraucher berechnet, muss eventuell die Einschaltdauer in Form eines „Gleichzeitigkeitsfaktors“ berücksichtigt werden. Denn es laufen nie alle Maschinen gleichzeitig und ununterbrochen. Haben Sie dann noch eine Reserve für Verschleiß, Leckagen und zukünftige Erweiterungen eingeplant, können Sie von diesem „gesamten“ Druckluftbedarf auf die Größe beziehungsweise Leistungsklasse des benötigten Kompressors oder der zu kombinierenden Kompressoren schließen.

Planen Sie eine Kompressorstation so kompakt wie möglich und zukunftsfähig

Die Aufstellfläche ist in Zentraleuropa teurer als in vielen anderen Regionen der Welt. Daher gilt es, die Station möglichst kompakt, aber ausreichend zukunftsfähig zu dimensionieren. Die Grundmaße von in der Leistung vergleichbaren Kompressoren unterscheiden sich durchaus von Hersteller zu Hersteller. Ein Vergleich lohnt sich also – mehr noch übrigens ein Vergleich des spezifischen Energiebedarfs (in Kilowattstunden pro Liter oder Kubikmeter erzeugter Druckluft). Atlas Copco gibt etwa für seine jüngste Generation der GA-Kompressoren an, dass ihre Aufstellfläche durch eine kompakte Anordnung der Komponenten nur noch derjenigen eines Kühlschranks entspricht – oder zumindest in dieser Größenordnung beginnt.

Die Vorteile einer zentralen Anordnung

Wenn genügend Platz vorhanden ist, sollten Sie für die Aufstellung von Kompressoren grundsätzlich einen eigenen Raum vorsehen und die Station ebenerdig planen – je nach Größe und Gewicht der Kompressoren ist ein entsprechendes Fundament erforderlich. Erfahrungsgemäß ist eine zentrale Anordnung der Kompressoren sinnvoller, als die Maschinen im Werk verteilt aufzustellen. Ein separater, möglichst zentral angeordneter Maschinenraum hat viele Vorteile, zum Beispiel:

  • Einfachere Überwachung
  • Besseres Design
  • Höhere Nutzer- und Servicefreundlichkeit
  • Bessere Zugangskontrolle
  • Besserer Schallschutz
  • Einfachere Belüftung.

Ein Beispiel für eine eher unkonventionelle Art der Aufstellung ist die Brauerei Püls-Bräu in Weismain, die die Abwärme der Kompressoren zum Trocknen der Etiketten auf den frisch abgefüllten Flaschen im Lager nutzt. Sehen Sie hier, was Brauerei-Chef Hans Püls an den Atlas-Copco-Kompressoren gefällt: 

Atlas Copco bei der Brauerei Püls Bräu - Flaschen-Etiketten werden mit Kompressoren-Abluft getrocknet

Einfluss der Umgebungsbedingungen

Umgebungsbedingungen beeinflussen ebenfalls die Planung einer Kompressorstation. Sind extreme Temperaturen, Feuchtigkeit oder Staubbelastung zu erwarten? Wie werden mit der richtigen Be- und Entlüftung des Kompressorraums Störungen verhindert? Weitere Themen, die bei der Planung besonderer Aufmerksamkeit bedürfen, sind die Aufstellung und Anordnung der Maschinen, das Leitungsnetz sowie die erforderlichen Druckluftqualitätsklassen. Was ist bei der Aufbereitung der Druckluft zu beachten?

Antworten zu diesen und vielen weiteren Fragen rund um die Planung einer Kompressorstation finden Anwender im Whitepaper „Kompressorstationen richtig planen“ – Die wichtigsten Tipps für die Planung einer Druckluftstation in produzierenden Betrieben oder in der Prozessindustrie. Jetzt bei Atlas Copco kostenlos bestellen.