MSort

Unter dem Namen MSort vertreibt das Unternehmen Mogensen ein optoelektronisches Sortiersystem, das sich unter anderem für unterschiedliche Recyclingglassorten eignet. Bild: ACE Stoßdämpfer und Mogensen

Wartungsklappen

Das Öffnen der Wartungsklappen wird durch Industriegasfedern verrichtet, die mit speziellen Abstreifern zum Schutz vor Glasstaub versehen sind. Bild: ACE Stoßdämpfer und Mogensen

Unter dem Namen MSort vertreibt Mogensen ein optoelektronisches Sortiersystem für die Sortierung von Schüttgütern nach Farbe, Form oder Größe. Es wurde 1996 entwickelt, um unsortierbare Materialien sortierbar zu machen. Die Vertreter dieser Maschinenfamilie erkennen Echtfarben und befreien unterschiedliche Materialien von Fremdkörpern. Sie trennen nach verschiedenen Kriterien: Helligkeit, Farbmerkmale und Stückgröße gehören dazu.

Das in Schleswig-Holstein beheimatete Unternehmen gehört unter dem Dach der Allgaier Werke zum Geschäftsbereich Process Technology. Es liefert neben verschiedenen Maschinentypen für die Sortierung von Materialien auch die Typen MSort AX, MSort AL und MSort AF für unterschiedliche Recyclingglassorten. Die Maschinen unterscheiden zwischen Grün-, Weiß-, und Braunglas.

Sortiert mit Druckluft

Die Glasscherben werden in die Anlage geschüttet, von einer Hochleistungskamera gefilmt und per Druckluft sortiert. Die dahinter stehende Konstruktion und die Steuerung sind jedoch alles andere als einfach. Auch die Wartung war komplexer als zunächst gedacht, zumindest wenn die Maschine als Glassortierer eingesetzt werden soll. Denn der entstehende Glasstaub macht Standardlösungen unmöglich. Normalerweise hätte es gereicht, eine vergleichsweise schwere Wartungsklappe mit Hilfe von Industriegasfedern zu öffnen, die Arbeiten vorzunehmen und die Klappe mit Unterstützung der Handkraft des Angestellten wieder zu schließen.

„Der aufgewirbelte Glasstaub hätte aber die Gasfedern schnell zerstört und wäre im schlimmsten Fall sogar noch durch den Arbeiter eingeatmet worden“, so Thomas Peters, einer der Konstrukteure. Um dies zu verhindern, galt es, eine Lösung zu finden, die nicht nur resistent gegen aggressive Materialien ist, sondern die auch beim Öffnungs- und Schließvorgang besser arbeitet als Industriegasfedern es tun.

Individuelles Paket statt „Lösungen von der Stange“

Serie PMC

Dank Kleinstoßdämpfern der Protectionserie PMC, deren Kolbenstange und Dichtungen ebenfalls geschützt sind, setzt die Wartungsklappe in der Endposition sanft und leise auf. Bild: ACE Stoßdämpfer und Mogensen

Auf der Suche nach hochwertigen, intelligenten und maßgeschneiderten Dämpfungslösungen, landeten die Konstrukteure im Rheinland. Denn in Langenfeld sitzt das Unternehmen ACE Stoßdämpfer, das mehr Maschinenelemente auf Lager hat, als der Name zunächst vermuten lässt. In diesem Fall war der Anbieter erster Ansprechpartner und schlug vor, auf eine Kombination zweier bewährter Lösungen zu setzen. Den ersten Teil der Arbeit, das Öffnen der Wartungsklappen, sollten Industriegasfedern verrichten, die mit speziellen Abstreifern versehen sind. Den zweiten Teil, das Schließen, unterstützen Kleinstoßdämpfer der Protection-Serie PMC.

„Lösungen von der Stange kann jeder“, sagt Kai Boelingen, technischer Berater von ACE. „Hier brauchten wir aber eine Kombilösung, weil die Gasdruckfedern einerseits die Muskelkraft des Bedienpersonals in der Aufwärtsbewegung unterstützen. Andererseits bremsen zwei parallel angeordnete Stoßdämpfer den letzten Schlag ab, der beim nach unten erfolgenden Schließvorgang von Hand entsteht.“ Insgesamt werden nach der Auslegung und Praxistests in den Sortierern der MSort Familie nun je vier Industriegasfedern und zwei Stoßdämpfer verbaut.

Die Gasfedern können – jede für sich – bei einem Durchmesser von 40 Millimetern und einem Hub von 400 Millimetern eine Kraft von 2150 Newton pro Hub aufbringen. Die Stoßdämpfer kommen auf 41 Newtonmeter pro Hub und sorgen wie gewünscht für den sicheren Verschluss der Wartungsklappe.

Stoßdämper bauen Energie ab

Industriegasfedern

Industriegasfedern sind erhältlich mit Köperdurchmessern von acht bis 70 Millimeter.Industriegasfedern sind erhältlich mit Köperdurchmessern von acht bis 70 Millimeter. Bild: ACE Stoßdämpfer und Mogensen

Stoßdämpfer sind die richtige Wahl, wenn es darum geht, kinetische Energie linear und schnell abzubauen und in Wärme umzuwandeln. Der Entscheidung für diese Maschinenelemente gingen ausführliche Auslegungen voran. Denn nur wer alle wichtigen Parameter wie zum Beispiel Anfangswinkel, bewegte Masse, Umgebungstemperatur und Progression berücksichtigt, bekommt gut arbeitende Lösungen. Wichtig war in diesem Fall, dass die unterschiedlichen Dichtungssysteme von Industriegasfedern und Kleinstoßdämpfern selbst vor Beschädigungen geschützt wurden.

Die Kleinstoßdämpfer der Protectionserie PMC stellen jeder für sich ein in sich geschlossenes System dar. Die speziellen Schutzkappen aus PTFE (Polytetrafluorethylen) gehören zu den Dämpfern und funktionieren wie ein Faltenbalg. Sie machen sich dabei die Reaktionsfähigkeit ihres Materials (Teflon) zunutze.

Die in der Schutzkappe befindliche Luft wird bei Beaufschlagung der Dämpfer komprimiert. Die Rollmembran dient als Dichtungssystem. Anders als bei einem Dämpfer, der mit einem Nutring-Abstreifer-System gedichtet ist, stellt der erhöhte Luftdruck, der auf die Rollmembran wirkt, kein Problem dar.

Der Druck unterstützt sogar die Rückstellung der Kolbenstange oder der Schutzkappe, nachdem die Masse zurückgefahren ist. Bei herkömmlichen Dämpfern würde sich die Luft hingegen in den Dämpfer drücken und zu kostspieligen Ausfällen führen. do

Autor: Robert Timmerberg, freier Autor für ACE