Screwdriver

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Durch eine richtig eingestellte pneumatische Dämpfung wird die Kolbengeschwindigkeit eines Zylinders kontrolliert gesenkt, bevor dieser die Endlage erreicht. Dadurch steigt die Lebensdauer der Zylinder und Anlagen, während störende Vibrationen gering gehalten werden.

Zylinder

Mit Hilfe eines Schraubendrehers lässt sich die Dämpfung einstellen. Dazu muss der Zylinder in ein- und ausgefahrener Position justiert werden. Bild: Aventics

Aber was ist besser – eine einstellbare oder eine voreingestellte Dämpfung? An dieser Frage scheiden sich die Meinungen der Experten. Während viele Automatisierungshersteller heute voreingestellte Module anbieten, plädiert Aventics für eine manuelle Einstellung der Endlagendämpfung. Denn nur sie ermöglicht Kunden eine Anpassung auf ihre individuellen Anforderungen.

Per Schraubendreh zur richtigen Einstellung

Nach Meinung der Pneumatik-Anbieter aus Laatzen vereinfacht eine voreingestellte Dämpfung zwar die Inbetriebnahme, allerdings auf Kosten der Produktivität und Energieeffizienz. Eine individuell eingestellte Dämpfung hingegen nutzt die Leistungsfähigkeit eines Pneumatikzylinders besser. „Weil die Endlage schneller erreicht wird, lassen sich kürzere Taktzeiten erzielen – sprich: die Produktivität steigt“, erklärt Stefan Krämer, der bei Aventics das Produktmanagement für Zylinder leitet. Ihm zufolge sind Leistungssteigerungen um bis zu 50 Prozent möglich.

Kleinere Zylinder, weniger Luftverbrauch

Zugleich sinke der Energieverbrauch, da sich die gleiche Dämpfungsleistung durch kleinere Zylinder realisieren lasse. Zum Beispiel könne ein voreingestellter Zylinder mit Durchmesser 32 durch einen Zylinder mit einstellbarer Dämpfung mit Durchmesser 16 ersetzt werden. „Kleinere Komponenten sind wiederum günstiger“, so Krämer weiter. „Außerdem lässt sich der Luftverbrauch um mehr als die Hälfte senken“.

Die individuelle Einstellung der Endlagendämpfung erfolgt über eine Justierschraube, die den Querschnitt eines Abluftkanals verändert. Bei der einstellbaren Dämpfung, beispielsweise der aktuellen Generation von ISO-Pneumatikzylindern von Aventics, reichen wenige Schraubendrehungen, um die Dämpfung auf das Werkstückgewicht und die Dynamik der Bewegung einzustellen.

Die ehemalige Rexroth-Tochter Aventics arbeitet seit Jahren an dem Konzept der pneumatischen Endlagendämpfung. Das Unternehmen erweitert den Ansatz über den Einsatz bei ISO-Zylindern hinaus. Als erster Pneumatikhersteller führt Aventics derzeit eine pneumatische Dämpfung bei Minischlitten am Markt ein.

Mehr Flexibilität

Eine Endlagendämpfung verhindert, dass ein Zylinderkolben ungebremst gegen den Zylinderdeckel oder -boden schlägt. Fast alle Pneumatikhersteller setzen auf eine pneumatische Dämpfung, da diese in der Regel die wirtschaftlichste Methode ist. Dabei gibt es sowohl voreingestellte als auch individuell einstellbare Endlagendämpfungen.

Voreingestellte Dämpfungen basieren auf einem Durchschnittswert; der Entlüftungsvorgang ist vorgegeben und nicht veränderbar. Dadurch kann nur ein begrenzter Bereich der möglichen Dämpfungsleistung abgedeckt werden. Bei Dynamik und Präzision müssen Kompromisse eingegangen werden. Zudem können Über- oder Unterdämpfungen auftreten und Störungen verursachen. Abhilfe schaffen kann hier ein größerer Zylinder mit höherer Dämpfungskapazität, der allerdings die Investitions- und Betriebskosten erhöht.

Autor: Meike Müller-Wiegand, Aventics

Technik im Detail

Aventics-Produkte mit einstellbarer Endlagen­dämpfung

  • ISO Minizylinder Serie MNI – nach ISO 6432 Durchmesser zehn bis 25 Millimeter
  • Rundzylinder Serie RPC – Durchmesser 32 bis 63 Millimeter
  • ISO Normzylinder Serie PRA/TRB – nach ISO 15552 Durchmesser 32 bis 125 Millimeter
  • ISO Zugankerzylinder Serie ITS – nach ISO 15552 Durchmesser 160 bis 320 Millimeter
  • Kolbenstangenloser Zylinder Serie RTC – Druchmesser 16 bis 80 Millimeter

Vorteile auf einen Blick

Einstellbare Endlagendämpfung

  • Richtig eingestellte pneumatische Endlagendämpfungen verbessern sowohl die Produktivität als auch die Energieeffizienz und verringern Kosten und Vibrationen in der Anlage.
  • Die Einstellungen lassen sich per Schraubendreher vornehmen.