Einlass, Bild: Motek

Die Messe Motek findet vom 9. bis 12. Oktober 2017 in Stuttgart statt. Bild: Motek

Aufgrund oft fehlender verfügbarer Einheiten wird in den Konstruktionsabteilungen auf entsprechend größere, pneumatische Module ausgewichen. Dies bringt für den Konstrukteur zusätzlichen Aufwand in das Projekt: Größere Einheiten haben höhere Anschaffungskosten. Die verfügbaren Kräfte sind kritisch für das sensible Werkstück. Der Energieverbrauch ist im Verhältnis viel zu hoch. Zu allem Übel steigt der notwendige Bauraum. Nicht nur der Platzbedarf wird ein Thema, sondern für die Handhabungseinheit müssen gegebenenfalls weitere Bewegungen ausgeführt werden, was wiederum zusätzlicher Module und weiteren Raumes bedarf. Ein ungünstiger Kreislauf bezüglich Konstruktion, Ressourceneffizienz und Kosten.

Das Unternehmen Friedemann Wagner bietet als Hersteller pneumatischer Handhabungstechnik in seinem Produktspektrum verschiedene Handhabungsmodule in Mini-Format an. Alle Einheiten sind per mitgelieferten Zentrierringen über ein Rastermaß direkt oder über Adapterplatten passgenau und ohne zusätzliches Bohren beziehungsweise Verstiften montierbar. Das reduziert den Konstruktionsaufwand und gerade bei kleinsten Einheiten und engen Platzverhältnissen ist das präzise, einfache Zusammenfügen ein enormer Nutzenvorteil.

Kleinster Sprössling der Greifer-Familie

PGM-29, Bild: Friedemann Wagner
Der kleinste Sprössling der Greifer-Familie: der PGM-29. Zu sehen sein wird er im Oktober auf der Motek in Stuttgart. Bild: Friedemann Wagner

Der Parallelgreifer PGM-29 hat trotz seiner winzigen Abmaße von 36 x 29 x 17,5 mm (B x H x T) einen Hub pro Backe von zwei Millimetern. Aufgrund der Klemmkraft von 16 Newton ergibt sich ein empfohlenes Werkstückgewicht von bis zu 130 Gramm – und damit mehr als das Fünffache seines Eigengewichtes.

Die interne Kulissenführung im Verbund mit den geschliffenen, rostfreien Stahlwellen gewährt eine Wiederholgenauigkeit von +/- 0,02 Millimeter. Zum feinen Greifen kann der Kunde seine Greif-Finger mit bis zu 15 Millimeter Länge über Zentrierringe befestigen. Die Schließ- bzw. Öffnungszeit von 0,03 s ist mit dem bloßen Auge kaum wahrnehmbar und hilft dem Anwender schnelle Handhabungszeiten umzusetzen.

Der Mini-Greifer lässt sich über die beigelegten Zentrierringe direkt an die Lineareinheiten der LSM-Familie anbringen. Beide Einheiten verfügen über externe, gehärtete Anschläge. Das Anschlagsystem dient zur Hubbegrenzung und nimmt als Hohlschraube gleichzeitig und platzsparend die Initiatoren zur Endlagenquittierung auf. Zur Lagerung und Führung wird auf abgedichtete Kugelumlaufführungen und bewusst auf zwei Führungswagen zurückgegriffen. All dies mündet in einer Wiederholgenauigkeit von +/- 0,01 mm. Die Stoßkraft der Zwerge beträgt immerhin elf beziehungsweise 18 Newton. Während LSM in drei Hüben (20, 35 und 50 mm) verfügbar ist, bietet LSM-4 Hublängen von 35 und 65 mm an. Beide Baureihen sind ab Lager mit oder ohne montierten Stoßdämpfern verfügbar.

SM-4 – Der Knirps unter den Schwenkeinheiten

Schwenkeinheit  SM-4, Bild: Friedemann Wagner
Der SM-4, der Knirps unter den Schwenkeinheiten: 0,3 Nm Drehmoment lassen Schwenkzeiten zwischen 0,05 und 0,28 s bei einem Massenträgheitsmoment von bis zu 3,5 kg/cm2 zu. Bild: Friedemann Wagner

Per Adapterplatte wird die Schwenkfläche zum Beispiel mit LSM-3 gekoppelt. 0,3 Nm Drehmoment lassen Schwenkzeiten zwischen 0,05 und 0,28 Sekunden bei einem Massenträgheitsmoment von bis zu 3,5 kg/cm2 zu.

Varianten mit und ohne montierten Stoßdämpfern sowie mit oder ohne Luftintegration sind im aktiven Lieferprogramm. Die stufenlose Einstellung des kompletten Schwenkbereichs (0 bis 190°) erfolgt in bewährter Manier über externe Anschlagschrauben. Die Ringfläche der im Gehäuse integrierten Anschlagschrauben trifft auf gehärtete Anschlagblöcke. Somit ist das Getriebe für die Positionierung und Genauigkeit unerheblich. Konstruktiv bedeutet dies: Es liegt immer das komplette Drehmoment in den Endlagen an, bei Wiederholgenauigkeiten von +/- 0,01°.

Sensoren zur Abfrage der Endlage sind entweder in C-Nuten oder in den hohlen Anschlagschrauben platzierbar. Letzteres ermöglicht die Erkennung eines Stoßdämpfer-Ausfalls.

So klein und dreht sich, dreht sich und dreht sich...

Mini-Rundschalttisch RSE-3, Bild: Friedemann Wagner
Der hydraulisch gedämpfte Mini-Rundschalttisch RSE-3: Die Maße 140 x 85 x 45 mm verleihen ihm das Prädikat „Mini“. Bild: Friedemann Wagner

Mit RSE-3 ist auf 140 x 85 x 45 mm ein hydraulisch gedämpfter Mini-Rundschalttisch zur Stelle. Er ist in den Teilungen 2/3/4/6/8/12 und in Drehrichtung links, rechts oder pendelnd verfügbar. Eine integrierte Abluft-Drossel beeinflusst die Tellergeschwindigkeit und spart dem Anwender weiteren Material- und Installationsbedarf. Die Zahnstangen-Endlagen können über einschraubbare Näherungsschalter abgefragt werden.

Das Drehmoment von einem Newtonmeter ermöglicht je nach Massenträgheitsmoment (bis 60 kg/cm2) Taktungen von 50 bis 200 pro Minute. Das maximale Aufspanngewicht beträgt acht Kilogramm. In verriegeltem Zustand beträgt die Drehmomentaufnahme 50 Newtonmeter.

Noch etwas Kleines zum Heben gefällig?

Hubeinheit HEK-4, Bild: Friedemann Wagner
Die Hubeinheit HEK-4: der Kraftprotz hebt mit 80 N das 16-fache seines Eigengewichtes an. Bild: Friedemann Wagner

Auf 70,5 x 57 x 57 mm (inklusive der Störmaße der Dämpfer) werden mit der Hubeinheit HEK-4 Hubbewegungen von bis zu 10 mm (Hub einstellbar über Schraube) realisiert. Dabei hebt der Kraftprotz mit 80 N das 16-fache seines Eigengewichtes an. Die Anschlagschrauben schlagen auch hier als gehärtete Hohlschraube auf Ringflächen an und bieten eine Hub-Wiederholgenauigkeit von +/- 0,01 mm. Die Führung über Kreuzrollen lässt die Aufnahme von erstaunlich hohen Momenten in der jeweiligen Handhabungsaufgabe zu. HEK-4 ist als Variante in gedämpfter und ungedämpfter Version, sowie in den Hüben 10 und 25 mm lieferbar.

Alle Modelle stehen als 3D-Daten (STP-File) zum kostenlosen Download auf der Website des Herstellers bereit. Energetisch sinnvoll und wertvoll: gerade bei kleinen Werkstücken ist der mögliche Betrieb bei niederem Nenndruck interessant – die Module arbeiten zwischen vier bis acht bar, die Greifer zwischen zwei und acht bar. jl

Auf der Motek 2017 sind die kleinen Helferlein in Halle 3 Stand 3301 zu sehen.

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