Druckluftkonzept in der Druckerei, Bild: Atlas Copco

Anlässlich der Einführung einer neuen Generation von Druckmaschinen und der Erweiterung der Produktionsfläche wurde das Druckluftkonzept komplett erneuert – mithilfe modernster Kompressoren und Wärmerückgewinnung von Atlas Copco. Bild: Atlas Copco

Druckluft wird bei Aumüller Druck in fast allen Produktionsschritten benötigt. Angefangen bei der Belichtung der Druckplatten, wo der sehr empfindliche Laserbelichter mit absolut ölfreier Druckluft arbeitet. Die benötigte Qualität wird durch einen separaten Ölabscheider sichergestellt. Ferner wird das Papier mit viel Druck- und Saugluft durch die Maschinen gezogen.

Auch die gesamte Weiterverarbeitung, also Schneid- und Falzprozesse, das Sammelheften und Klebebinden, benötigen Druckluft: „Unsere Druckmaschinen arbeiten eigentlich autark mit eigenen integrierten Kompressoren“, erklärt Hans Zenger, der den Bereich Logistik leitet und für die Betriebstechnik verantwortlich ist. „Sie haben zur Sicherheit aber auch Anschlüsse für externe Druckluft.“ Darüber hinaus wird das für den Falzprozess benötigte Vakuum ebenfalls mittels Druckluft erzeugt. Hier arbeitet Aumüller Druck mit einem sogenannten Piab-System, das die zentral erzeugte Druckluft über spezielle Düsen an Ort und Stelle in ein Vakuum umwandelt.

Druckluftversorgung modernisieren

Produktionshalle Aumüller Druck, Bild: Atlas Copco
Aumüller Druck sitzt seit 1972 im Regensburger Stadtteil Haslbach und ist ein Familienbetrieb in der vierten Generation. Um eine möglichst hohe Produktivität zu erzielen, nutzt das Unternehmen heute ausschließlich industrielle Maschinen mit sehr großer Druckkapazität. Bild: Atlas Copco

Mit dem Start einer neuen Druckmaschinen-Generation im Jahre 2008 und einer Erweiterung der Produktionsfläche 2011 hat Aumüller seine Kompressoren-Stationen komplett modernisiert, das Druckluftnetz saniert und neu organisiert. Damit wurde die Druckluftversorgung nicht nur der stark gestiegenen Produktivität des Unternehmens angepasst, sondern deutlich effizienter gestaltet. Seinen Abschluss fand das Projekt im August 2015 mit der Inbetriebnahme der integrierten Wärmerückgewinnung bei den letzten beiden der heute insgesamt fünf Kompressoren.

„Wir haben unsere Druckluftversorgung in den letzten Jahren stetig erweitert, denn sie musste mit unserer stark wachsenden Produktion mithalten“, erklärt Zenger. „Zunächst hatten wir hier zwei getrennte Netze mit je einer Druckluftstation. Mit der Fertigstellung von Bauabschnitt 5 im Jahre 2011 haben wir eine Verbindung zwischen beiden Produktionsbereichen geschaffen und in der Folge beide Druckluftnetze vereinigt.“

Die Zusammenlegung ging mit einer kompletten Sanierung des Netzes einher. Heute umschließt eine Ringleitung die komplette Produktion; Stichleitungen versorgen die einzelnen Verbraucher. Aufgrund des stark gestiegenen Bedarfs wurde zudem ein größerer Leitungsquerschnitt gewählt. Die Druckluft wird aus Platzgründen weiterhin in zwei Stationen erzeugt, die nun aber in das gemeinsame Netz speisen. „Eine zuverlässige und konstante Druckluftversorgung ist uns sehr wichtig“, betont Zenger, „und die haben wir mit dem neuen Konzept erreicht.“

Druckluftaufbereitung im Kompressor integriert

In Station 1 arbeiten zwei öleingespritzte Schraubenkompressoren des Typs GA 30+ FF von Atlas Copco. Bei der FF-Version (Full Feature) sind ab Werk bereits Kältetrockner, Druckluftfilter, Kondensatableiter und -trenner im Kompressorgehäuse integriert. Beide Kompressoren verfügen über eine integrierte Wärmerückgewinnung. Diese wurde im August 2015 in Betrieb genommen und gibt in der kalten Jahreszeit einen Teil der Wärme über Wärmetauscher an den Vorlauf einer der beiden Heizungsanlagen ab.

Im Sommer muss die überschüssige Wärme abgeleitet werden. „Die beiden GA 30+ FF laufen unter der Woche kontinuierlich durch und werden je nach Bedarf von einem oder mehreren Kompressoren aus Station 2 flexibel unterstützt“, erläutert Hans Zenger das Druckluftkonzept.

Kompressorenstation, Bild: Atlas Copco
In Station 1 arbeiten zwei öleingespritzte Schraubenkompressoren des Typs GA 30+ FF von Atlas Copco. Kältetrockner, Druckluftfilter, Kondensatableiter und -trenner sind bereits integriert. Bild: Atlas Copco