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Bild: ComVac

hannover messe logoTrends und Innovationen in der Vakuum-, Druckluft- und Kompressortechnik gibt es vom 13. bis 17. April 2015 in Hannover auf der ComVac zu sehen.

Mit großen Schritten bewegen wir uns auf das Messehighlight 2015, die Hannover Messe, zu – und damit auch auf die internationale Leitmesse der Druckluft- und Vakuumtechnik ComVac. Die findet in diesem Jahr in der Halle 26 der Hannover Messe statt, und die war bereits im Spätherbst, sechs Monate vor Messebeginn, nahezu ausgebucht. Eine ganze Messehalle Druckluft- und Vakuumtechnik, das ist eine Dimensionierung, die einem wachsenden Markt gerecht werden muss.

„In Halle 26 werden dem ComVac-Besucher alle Facetten der Druckluft- und Vakuumtechnik vorgestellt. Die Themen reichen von der Erzeugung und Aufbereitung über die Verteilung und Anwendung in Maschinen und Systemen bis hin zu Contracting- und Dienstleistungsangeboten“, fasst Marc Siemering, Geschäftsbereichsleiter Hannover Messe, das Spektrum der Leitmesse zusammen. Themen, die die ausstellenden Unternehmen vornehmlich beschäftigen sind Effizienzsteigerung, ölfreie Druckluft und natürlich auch die Industrie 4.0.

Grund zum Feiern: Donaldson wird 100 Jahre

Adsorptionstrockner

Eine neue Generation warmregenerierender Adsorptionstrockner von Donaldson: individuell auf ihren jeweiligen Einsatz abgestimmt. Bild: Donaldson

Donaldson (Stand C58), weltweit einer der größten Filterhersteller, feiert in diesem Jahr seinen 100. Geburtstag und kann gleichzeitig mit der neuen UltraPleat-Filtrationstechnologie die effizientesten Filter vorstellen, die das Unternehmen je für die Druckluftaufbereitung entwickelt hat. Durch die Technologie ist es gelungen, den Differenzdruck, welcher beim Filtern von Druckluft und Gasen entsteht, um 50 Prozent im Vergleich zur vorhergehenden Baureihe zu reduzieren.

Dieser außerordentlich niedrige Wert hat großen Einfluss auf den einzusetzenden Energiebedarf von Kompressoren. Serienmäßig werden die Filter bereits in die Ultrapac Classic Adsorptionstrockner des Unternehmens eingebaut. Die Adsorptionstrockner stehen in drei Baureihen für Volumenströme von fünf bis 1000 Kubikmeter pro Stunde zur Verfügung.

Erstmals zeigt das Unternehmen auf der Hannover Messe eine neue, verbesserte Generation an warmregenerierenden Druckluftrocknern. Diese Adsorptionstrockner können auf Kundenwunsch individuell auf die jeweiligen Einsatzbereiche ausgelegt und gestaltet werden und sind für Volumenströme bis 16.000 Kubikmetern pro Stunde als Standardgeräte verfügbar.

UltraPleat-Technologie von Donaldson

Die neue UltraPleat-Technologie von Donaldson reduziert den Differenzdruck um 50 Prozent im Vergleich zur vorhergehenden Baureihe. Bild: Donaldson

Klüber Lubrication präsentiert am Stand B79 seine neuesten Entwicklungen im Bereich Kompressoröle für die energieeffiziente Erzeugung sauberer Druckluft. Die vollsynthetischen Kompressorenöle der Summit-Reihe des Unternehmens verfügen über wesentlich gesteigerte Leistungswerte. Zu ihren Vorteilen gehören lange Ölstandzeiten, ein höherer Wirkungsgrad der Kompressoren und die Reduzierung des Restölgehalts in der Druckluft auf ein Minimum.

Das senkt die Betriebskosten der Anwender sig-nifikant. „Kompressoröle machen weniger als ein Prozent der Kosten beim Betrieb eines Kompressors aus, aber mit dem richtigen Öl lassen sich in der Gesamtkostenbetrachtung deutliche Einsparungen erzielen. Das wird von vielen Anwendern immer noch unterschätzt“, erklärt Robert Corna, Sales Manager Kompressoren und Druckluft bei Klüber Lubrication.

Nicht ohne Industrie 4.0

SAM2, Sigma Network, vorausschauende Wartung, Schraubengebläse und neue Motoren: Kaeser Kompressoren präsentiert am Stand D42 mehrere Innovationen. All diese Produkte sind so entwickelt und konstruiert, dass sie spielend in das Gesamtsystem eingebunden werden können und miteinander kommunizieren. Das schafft die Grundvoraussetzung für eine Nutzung im Sinne von Industrie 4.0.

Maschine im Zeitalter von Industrie 4.0

Das Ferndiagnosetool Airstatus von Boge gestaltet die Kommunikation zwischen Mensch und Maschine im Zeitalter von Industrie 4.0 neu. Bild: Boge

Das Unternehmen sieht Industrie 4.0 als ein Gesamtkonzept zur hocheffizienten Drucklufterzeugung. Es vernetzt alle Elemente von der Produktionsplanung über die Ausführung bis zur vorausschauenden Wartung und steuert sie so intelligent, dass automatisch die individuell geforderte Druckluft-Leistung und -Qualität entsteht.

Durch die gewonnenen Daten werden zudem die Produkte anhand der realen Vorgaben konstant innovativer und besser gestaltet, was wiederum zu noch wirtschaftlicheren und besseren Folgeprodukten führen wird.

Sigma Network von Kaeser

Das Sigma Network von Kaeser ermöglicht eine Nutzung von Druckluftstationen im Sinne von Industrie 4.0. Bild: Kaeser

Eine der Neuheiten von Kaeser: Der Sigma Air Manager 2 (SAM2), die noch leistungsfähigere Variante der maschinenübergreifenden Steuerung des Unternehmens. Sie ermöglicht nicht nur die Steuerung aller Komponenten der Druckluftstation, sondern durch die Auswertung der gewonnen Daten zum Beispiel auch vorausschauende Wartung.

Das spart unter anderem Energiekosten, verbessert die Effizienz und ermöglicht ein modernes Energiemanagement nach ISO 50001. Unterstützend wirkt dabei das neue Sigma Network. Ein in sich abgeschlossenes hochsicheres Netzwerk auf Ethernet-Basis zur Überwachung und Steuerung der Druckluftstation. Das Network ist eine in Zusammenarbeit mit namhaften Soft- und Hardwareherstellern entstandene Entwicklung.

Zuwachs bei den Kompressoren

Des weiteren präsentiert der Kompressorhersteller den großen Bruder FBS des Schraubengebläses EBS mit Rotoren mit Sigma Profil. FBS arbeitet in einem Leistungsbereich von bis zu 67 Kubikmetern pro Minute. Mit diesem Schraubengebläse ist es dem Unternehmen gelungen, die energiesparende Schrauben-Technik auf den Niederdruckbereich zu übertragen.

Im Vergleich zu herkömmlichen Drehkolbengebläsen sind die neuen Kaeser-Schraubengebläse um bis zu 35 Prozent effizienter und bieten auch im Vergleich zu vielen auf dem Markt befindlichen Schraubengebläsen deutliche energetische Vorteile. Auch im Schraubenkompressorbereich hat Kaeser eine Weiterentwicklung vorzuweisen: Der DSDX Schraubenkompressor ist durch die Überarbeitung der Sigma Blöcke noch stärker in der Leistung und sparsamer im Verbrauch.

Als Studie wird Kaeser in Zusammenarbeit mit einem namhaften Motorenhersteller eine neue und innovative Motorengeneration präsentieren, die sich insbesondere in Teillastbereichen durch noch höhere Wirtschaftlichkeit auszeichnet.

Forschung und Entwicklung

Schmalz Compact Terminal SCTMi

Der Schmalz Compact Terminal SCTMi mit NFC-Technologie feiert Premiere. Bild: Schmalz

Der Kompressorhersteller Boge hat rund zehn Millionen Euro in Forschung und Entwicklung investiert. Seit Anfang des Jahres hat das Unternehmen eine umfangreiche Produktoffensive eingeläutet, die der Fachwelt im Rahmen der ComVac am Stand B48 vorgeführt werden soll: 2014 hat das Unternehmen mit dem kompletten Relaunch seiner Standardprodukte begonnen und das Produktspektrum unter anderem mit einer Baureihe von Stickstoff- und Sauerstoffgeneratoren um ein Geschäftsfeld erweitert.

Hinzu kommen intelligente Lösungen an, die die Kommunikation und Interaktion zwischen Mensch und Maschine im Zeitalter von Industrie 4.0 neu gestalten.

Kaeser Sigma Network

Kaeser Sigma Network ermöglicht die Überwachung und Steuerung einer Druckluftstation. Bild: Kaeser

Condition Monitoring, also die zustandsorientierte Wartung und Fernüberwachung mit der eigens entwickelten Boge-App für Smartphones und Tablets, die in App Stores heruntergeladen werden kann, ermöglichen heute das anwenderfreundliche Betreiben von Druckluftstationen sowie neue Geschäftsmodelle für Dienstleistungen. Die Airstatus-Technologie ist eine Technologie, die die Kommunikation zwischen Mensch und Maschine im Zeitalter von Industrie 4.0 neu gestalten soll.

Mit dem Ferndiagnosetool bietet das Unternehmen eine Lösung, die für mehr Sicherheit und Transparenz bei der Druckluftproduktion und aller angeschlossenen Komponenten sorgt. Das Tool sichert Leistung und Effizienz der Druckluftanlage und eignet sich zur Überwachung und zum Management komplexer Anlagen und Maschinenparks.

Zudem hat das Unternehmen eine Technologie entwickelt, die als absolutes Highlight erstmals auf der ComVac präsentiert wird. „Wir sind stolz auf die neue Technologie, die für uns einen deutlichen Sprung bedeutet“, so Geschäftsführer Wolf D. Meier-Scheuven. Mehr lässt das Unternehmen im Vorfeld der Messe nicht zu seiner neuen Technologie verlauten.

Vakuumtechnik in der Produktion

Anbieter von Vakuumtechnik finden sich auch außerhalb der ComVac-Halle 26. So unter anderem auch das Unternehmen

J. Schmalz. Auf dem Messestand des Unternehmens E26 in Halle 17 liegt der Schwerpunkt auf Smart Field Devices für eine vernetzte Produktion: Neben Greifern mit integrierter Energie- und Zustandsüberwachung sind das vor allem Vakuum-Erzeuger, die sämtliche relevanten Prozessdaten erfassen, analysieren und bis in die Leitebene kommunizieren.

Das neueste Produkt in der Serie ist das Compact Terminal SCTMi: ein Vakuum-Terminal zur Anbindung mehrerer Ejektoren an einen Universal-Bauteilgreifer. In Hannover präsentiert Schmalz das Terminal erstmals mit integrierter NFC (Near Field Communication)-Technologie. Damit lassen sich verschiedene Prozess-Parameter über das mobile Endgerät auslesen und steuern.

Auch Fehlermeldungen werden per NFC-Technologie übertragen – der Anwender ist schnell informiert und kann entsprechend eingreifen. Die Anlagenverfügbarkeit erhöht sich dadurch um ein Vielfaches. Die bis zu 16 Ejektoren des SCTMi werden mit nur einer Druckluftleitung versorgt und mit nur einer elektrischen Anbindung via IO-Link in das Feldbussystem eingebunden.

Das Compact Terminal leistet einen wichtigen Beitrag zur wachsenden Vernetzung in schlanken Produktionsprozessen: Jeder Ejektor ist mit einer intelligenten Energie- und Prozesskontrolle ausgestattet, die Vakuum-Kreise lassen sich einzeln ansteuern und überwachen.

Die Ejektoren stellen relevante Prozessdaten bereit und übernehmen bei der Konfiguration, Optimierung und Wartung des Handlingsystems umfassende Aufgaben. Das macht den kompletten Fertigungsprozess deutlich transparenter und effizienter.

Autorin: Julia Lansen, Redaktion

ComVac weltweit

China und USA

Wichtige Märkte für Kompressor-, Druckluft- und Vakuumtechnik sind China und die USA. Während China sich immer mehr zu einem High-Tech-Produzenten entwickelt, der nicht mehr nur auf Standardmaschinen setzt, setzen die USA bereits seit einiger Zeit wieder auf eine Reindustrialisierung. Spannende Zielmärkte also auch für deutsche Anbieter, denn bereits heute sind China und die USA ihre größten Abnehmer. Um den Austausch mit den beiden Märkten zu befördern, gibt es eine asiatische und eine amerikanische Ausgabe der ComVac. In Shanghai wird die Messe in diesem Jahr bereits zum dritten Mal stattfinden, in den USA geht sie 2016 in die erste Runde.

  • ComVac Asia: 27. bis 30. Oktober 2015 in Shanghai (rund 170 Aussteller auf einer Fläche von 13.500 Quadratmetern).
  • ComVac North America: 12. bis 17. September 2016 in Chicago.