Dr. Alexander Lawrence

Dr. Alexander Lawrence, Geschäftsführer Vertrieb: „Wir können in unserer neuen, mittelständischen Umgebung noch schneller auf unsere Kunden eingehen.“

Im Portfolio dieser Firmengruppe sind derzeit 25 Unternehmen mit einem Gesamtumsatz von rund 12,9 Milliarden Euro und über 52.000 Mitarbeitern.

fluid: Wie haben Kunden den Eigentümer-Wechsel aufgenommen?

Die Rückmeldungen der Kunden sind bislang fast ausschließlich positiv. Auch sie sehen vor allem die Vorteile in der Spezialisierung auf die Pneumatik. Durch die Neuausrichtung können wir besser auf unsere Kunden eingehen und einen individuelleren Service anbieten, beispielsweise durch kundenspezifische Lösungen, schnellere Reaktionszeiten und intensivere Betreuung.

fluid: Welches Umsatzziel ist für das erste Geschäftsjahr geplant?

Wir gehen davon aus, in diesem Jahr um einen einstelligen Prozentbetrag zu wachsen und liegen dann in einer Größenordnung von circa 400 Mio. Euro Umsatz pro Jahr weltweit.

fluid: Welche Anwenderbranchen decken Sie im Wesentlichen ab?

Derzeitig sind wir in nahezu allen Anwenderbranchen der Pneumatik vertreten. Schwerpunkte sind hier die folgenden Bereiche:

  • Industrial Machinery and Supply
  • Food & Beverage
  • Transportation
  • Wood, Paper, Printing.

fluid: Sie liefern Pneumatik-Komponenten in den Automotive-Bereich. Für welche Aufgabenstellungen?

Unsere Komponenten finden Sie bei fast allen großen LKW-Herstellern auf der Welt. Einsatzgebiete sind hier unter anderem im Bereich der Getriebe und Abgasreinigung zu finden. Wir bekommen aber auch häufig Anfragen nach neuen Aufgabenstellungen.

fluid: Welche Dienste leistet die Pneumatik in der Schwerindustrie?

Wir verfügen über ein breites Programm für Produkte der Schwerindustrie. Insbesondere Produkte für Einsatz in rauen Umgebungen, wie beispielsweise in Stahlwerken oder bei der Aluminiumproduktion, sind für uns ein wichtiger Bestandteil des Portfolios.

fluid: Das Unternehmen ist neben der Pneumatik auch noch in anderen Branchen tätig. Was macht dieser Part umsatzbezogen in etwa aus?

Der Hauptteil unseres Umsatzes wird im industriellen Bereich mit pneumatischen und elektropneumatischen Antrieben und Steuerungen erzielt, das ist richtig. In den Bereichen LKW-Anwendungen, Marine und Zahnkette erzielen wir aber auch gute bis sehr gute Wachstumsraten.

fluid: An welchen Entwicklungen arbeiten derzeit Ihre Ingenieure?

Wir setzen nach wie vor konsequent auf den Einsatz von modernen Kunststoffen und Elektronik in der Pneumatik. In beiden Bereichen betrachten wir uns technisch als ‚state of the art‘. Daher kommen aus diesen Bereichen auch weitere Innovationen, von denen wir einige auf der Hannover Messe präsentieren.

fluid: Die Mikropneumatik ist so alt wie die Industriepneumatik selbst. Inwieweit beschäftigen Sie sich mit dem Thema heute?

Für uns war und ist es immer wichtig, leichte und kleine Produkte herzustellen. Aber letztendlich gibt es hier Grenzen, denn pneumatische Elemente sollen ja auch im Endeffekt mechanische Energie an den Ort des Einsatzes bringen. Mit dem Thema mikromechanischer Strukturen haben wir uns vor einigen Jahren beschäftigt, hier sind wir derzeit aber nicht tätig.

fluid: Was die Zukunft angeht: Sehen Sie für die Pneumatik neue Anwendungsfelder?

Selbstverständlich finden wir ständig neue Einsatzfelder, beispielsweise in der Lebensmittelindustrie oder der Medizintechnik, aber auch in anderen Bereichen. Und manchmal gibt es auch ganz überraschende Themen. Wir haben zum Beispiel auf dem Internationalen Fluidtechnischen Kolloquium (IFK) in Aachen eine Anwendung im Konsumbereich, nämlich in der Tauchsportindustrie, vorgestellt, die wirklich revolutionär ist.

fluid: Wie hält es Aventics mit Patenten?

Natürlich wird der Schutz geistigen Eigentums auch weiterhin eine wichtige Rolle spielen. Wir haben auch alle Patente der Rexroth Pneumatics mitgenommen und patentieren weiterhin wichtige Ideen.

fluid: Was wünschen Sie sich für die Entwicklung des Unternehmens in den nächsten Jahren?

Wir spüren derzeit eine positive Stimmung in unseren Unternehmen, weil wir eine klare Ausrichtung in die Zukunft haben. Auch die Kunden vermitteln uns, dass sie uns nach wie vor als hochwertigen und kompetenten Partner empfinden. Das macht uns auch etwas stolz. Natürlich ruhen wir uns darauf nicht aus, sondern versuchen in allen Bereichen an jedem Tag etwas besser zu sein als am Tag zuvor. Wir können in unserer neuen, mittelständischen Umgebung noch schneller und flexibler auf die Bedürfnisse unserer Kunden eingehen. Unser Wunsch ist es natürlich, dass genau dieses auch im Markt positiv aufgenommen wird.