J. Schmalz

„Wir haben den Trend zu Leichtkransystemen aus Aluminium mit initiiert und als einer der ersten Hersteller im Jahr 2006 ein ausgereiftes System präsentiert.“Dieter Schwabenthan, J. Schmalz. Bild: Schmalz

fluid: Wie entwickelt sich der Markt für Krane?

Aluminium Kransysteme

Aluminium-Kransysteme zur ergonomischen und gesundheitsschonenden Handhabung von Lasten liegen im Trend.

Den Markt für Krane haben lange die etablierten Hersteller von Stahl-Kransystemen dominiert. Deren Ursprung liegt in der Handhabung sehr großer und schwerer Lasten von bis zu mehreren Tonnen. Als dann kleinere Traglasten von unter 1000 Kilogramm zum Thema wurden, haben viele dieser Anbieter einfach ihr System motorisch angetriebener Schwerlastkrane geschrumpft. Allerdings ist bei diesen Anwendungen der Anteil handgeführter Kransysteme deutlich größer, und die Anforderungen an Leichtgängigkeit und Ergonomie der Systeme sind andere.

fluid: Welche Potenziale gibt es für Schmalz?

Wir haben den Trend zu Leichtkransystemen aus Aluminium mit initiiert und als einer der ersten Hersteller im Jahr 2006 ein ausgereiftes System präsentiert. Seither beobachten wir ein sehr dynamisches Wachstum im Markt für Leichtkransysteme. Und das Potenzial ist noch lange nicht ausgeschöpft. Wachstumstreiber sind unter anderem die wachsende Logistikbranche und das steigende Bewusstsein der Industrie für Ergonomie und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz.

fluid: Was erwarten die Kunden heute von modernen Kranlösungen?

Aluminium-Profil

Aluminium-Profil und Transporthänger aus dem neuen Kransystem von Schmalz haben an Belastbarkeit gewonnen.

Unsere Kunden erwarten von einer modernen Kranlösung, dass sie individuell auf ihre räumlichen Gegebenheiten und ihre spezielle Anwendung angepasst ist. Es geht also nicht um die maximale Traglast, sondern vielmehr um eine der Handhabungsaufgabe angepasste Lösung. Im Vordergrund steht die Entlastung und Akzeptanz der Mitarbeiter. Gleichzeitig sollen natürlich Durchlaufzeiten verkürzt und die Produktivität gesteigert werden. Auch die Investitionssicherheit in Form einer langen Lebensdauer und geringer Verschleißwerte ist für unsere Kunden wichtig.

fluid: Welche Branchen und Anwendungen fokussiert Schmalz?

Wir decken die Handhabung von Lasten kleiner 1000 Kilogramm in sämtlichen Logistikprozessen ab. Dazu gehören das Kommissionieren und Umsetzen von Gütern ebenso wie die Maschinenbeladung und die Handhabung in Montageprozessen. Großes Potenzial für Aluminium-Kransysteme sehen wir in der Automobilbranche, welche als Vorreiter bei der ergonomischen Gestaltung von Arbeitsplätzen gilt.

fluid: Mit Ergonomie und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz sprechen Sie ein wichtiges Thema an.

Absolut. Einerseits steigt das Durchschnittsalter von Arbeitnehmern immer weiter an. Andererseits wird für Unternehmen schwieriger, Nachwuchskräfte zu finden. Diese strukturellen Veränderungen machen ein Umdenken erforderlich: Arbeitgeber müssen jetzt dafür sorgen, dass ihre Mitarbeiter die Arbeit auch in zehn, 20 oder 30 Jahren möglichst noch ohne Beeinträchtigung ausüben können.

fluid: Welchen Beitrag können Krane in diesem Bereich leisten?

Aluminium-Kransysteme

Das modulare System ermöglicht es, individuelle Kranlösungen flexibel und kostengünstig umzusetzen.

Krane im Allgemeinen und unsere Aluminiumkrane im Besonderen reduzieren die Belastungen für den Mitarbeiter beim Transport von Lasten deutlich. Wir haben nachgerechnet: Der nötige Kraftaufwand zum Verfahren der Last ist bei unseren Alukranen nur etwa halb so hoch wie bei vergleichbaren Systemen aus Stahl. Diese Leichtgängigkeit erreichen wir durch eine optimale Masse-Traglast-Relation.

Entsprechend reduziert ist das Risiko von Verschleißerscheinungen des Muskel-Skelett-Apparates und Verletzungen durch Überbelastung. Die ergonomischere Arbeit wirkt sich durch geringere Ermüdungserscheinungen natürlich auch positiv auf die Produktivität aus.

fluid: Schmalz hat sein Kransystem kürzlich überarbeitet. Was ist neu?

Mit der Überarbeitung unseres Kransystems haben wir die Ergonomie weiter verbessert. Zunächst haben wir den Transporthänger genau unter die Lupe genommen. Die Geometrie war bisher hauptsächlich fertigungstechnisch bestimmt und schrieb einen Rollendurchmesser von 50 Millimetern vor.

Durch das neue Design des Transporthängers können nun breitere Rollen mit einem größeren Durchmesser eingesetzt werden. Dadurch lassen sich Lasten einfacher in Bewegung bringen – Fachleute sprechen von einer geringeren Losbrechkraft. Auch das Verfahren der Last wird erleichtert. Das Prinzip ist dasselbe wie bei Fahrrädern: Ein Rad mit 28-Zoll-Bereifung lässt sich deutlich kräftesparender fahren als ein 24-Zoll-Rad. Weil die Laufleistung pro Rad geringer ist, reduziert sich zudem der Verschleiß.

fluid: Sie haben auch das Aluminium-Profil verändert?

Ja. Das neue Profil ist durch eine vertikale Abstützung in der oberen Hohlkammer deutlich belastbarer. Es nimmt vertikale Kräfte nach unten wie nach oben besser auf und biegt sich weniger durch. Das ist nicht nur in Anwendungen mit hohen vertikalen Kräften wie zum Beispiel bei Manipulatoren von Vorteil. Anwender können in vielen Fällen ein kleineres Profil wählen oder den Aufhängeabstand vergrößern – beides verringert die Systemkosten. jl

Agentur a1kommunikation im Auftrag von Schmalz