Druckluftanschluß

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Beim Besuch von Garrelt Duin, nordrheinwestfälischer Minister für Wirtschaft, Energie, Industrie, Mittelstand und Handwerk, im Donaldson-Werk Haan konnte Geschäftsführer Heiner Carstensen das hohe Energieeinsparpotenzial der neuen UltraPleat-Filtrationstechnologie umfassend präsentieren. Dass diese Innovation ganz auf der Linie der Nachhaltigkeitsinitiative Blue Competence des VDMA liegt, unterstrich Christoph Singrün, Geschäftsführer des VDMA-Fachverbandes Kompressoren, Druckluft- und Vakuumtechnik. Während der Veranstaltung wurde ebenfalls über eine Initiative zur Einführung eines Energiesparlabels für Druckluftfilter diskutiert.

Das könnte ein weiterer Schritt zu mehr Transparenz bei der Beurteilung der Filterleistungsdaten sein. Druckluftfilter als eigenständige Komponenten bieten sich für eine derartige Kennzeichnung besonders an, da sie in erheblichem Maße den Stromverbrauch der Kompressoren beeinflussen. Bei Koaleszenzfiltern, die der Norm ISO12500-1 und ISO12500-3 entsprechen, ist zwar eine Vergleichbarkeit gegeben, jedoch könnte mit einem Label direkt die Energieeffizienz dokumentiert werden. Entscheidend dafür ist der Differenzdruck, der beim Filtern von Druckluft und Gasen entsteht und entsprechend der Norm ermittelt werden muss.

Duin Fulko Carstensen

Garrelt Duin, Minister für Wirtschaft, Energie, Industrie, Mittelstand und Handwerk des Landes Nordrhein-Westfalen (Mitte) gratulierte zur Einführung der energiesparenden UltraPleat-Filtrationstechnologie. Hier im Bild mit Susanne Fulko, (Marketing-Manager) und Heiner Carstensen (Geschäftsführer).

Bei der neuen Filtrationstechnologie UltraPleat konnte der Differenzdruck um 50 Prozent im Vergleich zur vorhergehenden Baureihe auf 180 mbar reduziert werden und das bei gleichbleibend guter Filtrationsleistung. Dieser außerordentlich niedrige Wert trägt dazu bei, den Energiebedarf der Kompressoren zu senken. Die Energiesparfilter der Ultra-Filter-Baureihen, die mit der UltraPleat-Filtrationstechnologie arbeiten, leisten damit bei der Aufbereitung von Druckluft einen erheblichen Beitrag zur Senkung der Stromkosten in weiten Bereichen der Industrie. Schließlich wird heute in über 90 Prozent der Produktionsbetriebe Druckluft eingesetzt.

Neue Struktur beschichteter Hightech-Fasern

Mit einem Druckluftfilter des Typs Ultra-Filter DF-S1100 UltraPleat kann dies beispielhaft dokumentiert werden: Wird er 8000 Betriebsstunden mit einem Volumenstrom von 1.000 m³/h bei einem Betriebsüberdruck von 7 bar betrieben, ergibt sich eine Reduzierung des Differenzdrucks um 190 mbar auf 180 mbar, gemessen im ölbenetzten Zustand. Das entspricht einer Einsparung an Energiekosten von rund 1460 Euro pro Jahr bei einem Strompreis von 8 Cent pro kWh.

Christoph Singrün

Christoph Singrün, Geschäftsführer des VDMA-Fachverbandes Kompressoren, Druckluft- und Vakuumtechnik, stellte die Blue-Competence-Initiative vor.

Die Filtrationstechnologie UltraPleat nutzt eine neue Struktur beschichteter Hightech-Fasern, die zu einem plissierten Filtermedium mit hoher Abscheideleistung von Flüssigpartikeln und großer Aufnahmekapazität für Feststoffpartikel verarbeitet werden. Der mehrschichtige Aufbau des neuen Filtermediums wurde so gestaltet, dass sich strömungstechnisch optimale Verhältnisse ergeben und gleichzeitig eine über 400 % größere Filterfläche im Vergleich zu gewickelten Filtermedien zur Verfügung steht. Für die Abscheidung von Ölaerosolen wird eine Effizienz von ≥ 99,9 % gemäß ISO12500-1 erzielt. Die Filterleistungsdaten nach ISO12500-1 und ISO12500-3 sind von einem unabhängigen Institut für Energie- und Umweltforschung bestätigt worden.

Grafik Differenzdruck

Die neue UltraPleat-Technologie von Donaldson reduziert den Differenzdruck von Druckluftfiltern um 50 % im Vergleich zur vorhergehenden Baureihe. Bild: Donaldson

Wie groß der Einfluss ist, den Druckluftfilter mit geringem Durchflusswiderstand auf den Energieverbrauch der Industrie haben, wird deutlich, wenn man berücksichtigt, dass für die Aufbereitung der Druckluft, die von einem Kompressor erzeugt wird, durchschnittlich zwei Filter eingesetzt werden. In der europäischen Industrie verbrauchen rund 320.000 Kompressoren bei der Erzeugung von Druckluft rund 80 Milliarden Kilowattstunden pro Jahr.

Das entspricht etwa 10 % des industriellen Strombedarfs (nach den Angaben von Peter Radgen und Edgar Blaustein in dem Artikel „Compressed Air Systems in the European Union) und kostet die Industrie bei einem Strompreis von 8 Cent pro kWh rund 6,4 Milliarden Euro. Auf der Basis des EVU-Kraftwerkmix wird die Umwelt dadurch mit 47,2 Millionen Tonnen CO2 belastet.

Autor nach Unterlagen von Donaldson, www.donaldson.com