Produktion Keltenhof

Druckluft spielt zunächst im Reinigungs- und Sortiervorgang, aber auch im Verpackungsprozess der frischen Ware eine wichtige Rolle. In Spitzenzeiten verbraucht der Salatbauer Keltenhof rund drei bis vier Kubikmeter Druckluft pro Minute. Bild: Keltenhof

Dazu gehört auch eine konstante Druckluft- und Stickstoffversorgung, die nahezu für den gesamten Produktionsprozess benötigt wird. Der Betrieb setzt daher auf die Expertise des Druckluftherstellers Boge Kompressoren.

Druckluft bei der Verpackung

Bild: Keltenhof

Zwischen anderthalb und sieben Tonnen Rohware verarbeitet die Firma Keltenhof am Tag. Rund 80 verschiedene Artikel werden so täglich frisch produziert – darunter Blattsalate, wie Baby Leaf, essbare Blüten und ausgefallene Kräutersorten. Auch extrem anspruchsvolle Salate, wie feiner Frisée, bietet der baden-württembergische Landwirtschaftsbetrieb seinen Kunden, zu denen in erster Linie der Gastronomiegroßhandel in Deutschland und Österreich gehört. Den größten Teil seiner Produkte baut die Firma auf Freiland selbst an.

Absolut ölfreie Druckluft: ein Muss

Druckluft spielt zunächst im Reinigungs- und Sortiervorgang, aber auch im Verpackungsprozess der frischen Ware eine wichtige Rolle. In Spitzenzeiten verbraucht der Salatbauer Keltenhof rund drei bis vier Kubikmeter Druckluft pro Minute. So wird die Steuerung der Anlagen, beispielsweise zur Reinigung der Salatblätter im Sprudelwasserbecken, mittels Druckluftstößen bedient. Aber auch Förderbänder werden nach Produktwechsel abgeblasen und so gereinigt. Außerdem ist beim Sortiervorgang Druckluft im Einsatz: 2012 hat das Unternehmen diesen Prozess weitestgehend automatisiert und dadurch um ein Vielfaches beschleunigt.

Jetzt bläst ein optischer Sortierer nicht einwandfreie Salatblätter mittels Druckluftstößen vom Förderband. Nur makellose Blätter werden weiterverarbeitet. Rund 20 Prozent Ausschuss produziert der Keltenhof auf diese Weise. Auf der Suche nach einer neuen Druckluftanlage trat der Landwirtschaftsbetrieb 2013 mit dem Kompressorenhersteller Boge in Kontakt. „Da die Druckluft während des Produktionsprozesses mit dem Endprodukt in Berührung kommt, war beim Salatbauern eine hundertprozentig ölfreie Druckluftlösung gefragt“, erklärt Gernot Hund, Gebietsverkaufsleiter bei Boge Kompressoren. „Wir haben Keltenhof die SLF 40-3 Bluekat empfohlen, da sie mit absoluter Sicherheit Druckluft der Klasse 0 erzeugt.“

Band Keltenhof

Bild: Keltenhof

Dank integrierter Converter-Technologie erzeugt der Kompressor unabhängig von der Qualität der Ansaugluft direkt ölfreie Druckluft. Das Kondensat, das am Nachkühler abgeschieden wird, enthält weniger als ein bis zwei Milligramm Kohlenwasserstoff pro Liter. Es gilt also genau wie die Druckluft als absolut ölfrei und kann ohne weitere Aufbereitung in das Abwasser geleitet werden. Das bedeutet, das Unternehmen kann auf eine aufwendige und kostspielige Entsorgung des Kondensats verzichten.

Ein weiterer Bestandteil der neuen Druckluftanlage ist das Wärmerückgewinnungssystem Boge Duotherm. „Ein hoher Prozentsatz der bei der Druckluftproduktion aufgewandten Energie verpuffte bisher bei Keltenhof ungenutzt“, so Hund. Mit der Installation des Wärmerückgewinnungssystems nutzt Keltenhof einen Großteil der am Kompressor eingesetzten Energie für die Beheizung von Verwaltungsräumen und Umkleiden. Zwischen 8000 und 9000 Euro spart das Unternehmen so jährlich an Heizkosten ein.

Stickstoffgewinnung Inhouse

Einen deutlichen Effizienzgewinn konnte Keltenhof auch durch die Inhouse-Produktion von Stickstoff erzielen: Rund anderthalb Bündel hatte die Firma bisher in der Woche verbraucht, um die Haltbarkeit und Frische der abgepackten Salate zu gewährleisten. „Nur durch eine geschlossene Kühlkette und die luftdichte Verpackung unserer Salate unter N2-Schutzgasatmosphäre können wir die hohe Qualität unserer Ware gewährleisten“, erklärt Maier.

Eine zuverlässige Stickstoffversorgung ist für das Unternehmen daher unerlässlich. „Bislang haben wir das Gas über einen externen Lieferanten bezogen. Die Lagerung der Flaschen-Bündel hat allerdings viel Fläche beansprucht und hohe Kosten verursacht. Erst Boge machte uns darauf aufmerksam, dass wir durch eine geringe Erweiterung unserer Druckluftanlage auch selbst Stickstoff produzieren können“, so Maier.

Kostenersparnis von 18.000 Euro pro Jahr

Ende 2013 hat Keltenhof schließlich einen Stickstoffgenerator von Boge in Betrieb genommen. Die Unabhängigkeit vom Lieferanten, aber vor allem der finanzielle Vorteil gab laut Maier den Ausschlag für die Umstellung auf die Inhouse-Produktion: „Wir rechnen mit einer Kostenersparnis von mehr als 18.000 Euro pro Jahr.“

In diesem Fall amortisiert sich die Investition für Keltenhof in weniger als einem Jahr. „Seit Inbetriebnahme sind wir absolut zufrieden mit der Druckluftanlage und dem neuen Stickstoffgenerator. Wir waren bezüglich der Stickstofferzeugung zuvor skeptisch – jetzt sind wir sehr froh über die Kostenersparnis und den gewonnenen Platz in der Produktion“, so Maier. jl

Autor: Matthias Eichler, Boge Kompressoren

Technik im Detail

Bluekat

Unabhängig von der Qualität der Ausgangsluft: Die in die Boge Bluekat-Serie integrierte Converter-Technologie schafft ölfreie Druckluft mit einem Restölgehalt von unter 0,002 mg/m3. Bild: Boge

Boge Bluekat-Serie

Druckluftgüteklassen werden durch die ISO 8573-1 Klassen spezifiziert. Die Klasse 0 ist die strengste Klassifizierung, wenn es um Verunreinigungen der Druckluft geht – unter anderem durch Öl in Form von Aerosolen und Dämpfen. Um die Kriterien der Klasse 0 zu erfüllen, muss der Restölgehalt einem genau definierten Wert entsprechen, der vom Betreiber beziehungsweise Hersteller einer Druckluftanlage festgelegt wird und der gleichzeitig unter der maximalen Obergrenze der Klasse 1 liegt; das heißt weniger als 0,01 Milligramm pro Kubikmeter Öl enthält. Dank integrierter Converter-Technologie erzeugt die Boge Bluekat unabhängig von der Qualität der Ansaugluft direkt ölfreie Druckluft mit einem Restölgehalt von unter 0,002 Milligramm pro Kubikmeter – geprüft und bestätigt vom Tüv Süd.

Grundlage des Konzepts ist die Kombination eines hocheffizienten, öleingespritzten Schraubenkompressors der S-Baureihe mit einem speziellen Converter. Dieser oxidiert zuverlässig Kohlenwasserstoff (Öl) zu Wasser und Kohlenstoffdioxid (CO2). Nach der Kompression wird die Temperatur der Druckluft durch einen Luft-/Luft-Wärmetauscher und eine Heizung auf 230 Grad Celsius erhöht, da die Druckluft im Converter eine ausreichende Betriebstemperatur benötigt. Während die aufgeheizte Druckluft durch den integrierten Boge Converter strömt, oxidieren die Ölanteile zu Kohlenstoffdioxid und Wasser.

Das enthaltene Kohlenstoffmonoxid (CO) wird aufgespalten und eliminiert – ein zusätzlicher CO-Filter ist daher überflüssig. Da der Converter über einen Überlastschutz verfügt, kann er nicht überfahren werden. Ein Öldurchbruch, wie bei Versagen der Ölabscheidung oder der Filter, ist ausgeschlossen. Der Anwender erhält damit ein Höchstmaß an Sicherheit. Durch die starke Hitze im Converter werden zudem Keime unschädlich gemacht, sodass die Druckluft keimfrei ist.

Zuletzt passiert die gereinigte Druckluft, die jetzt einen Restölgehalt von unter 0,002 Milligramm pro Kubikmeter aufweist, den Nachkühler. Das Kondensat, das am Nachkühler abgeschieden wird, enthält weniger als ein bis zwei Milligramm pro Liter Kohlenwasserstoff. Es gilt also genau wie die Druckluft als absolut ölfrei und kann ohne weitere Aufbereitung in das Abwasser geleitet werden.

Bei der ölfreien Verdichtung hingegen ist das Kondensat unter anderem wegen der Bildung von schwefliger Säure aus Schwefeldioxid und Wasser deutlich aggressiver – eine Aufbereitung des Kondensats ist daher unerlässlich. Die aus der Bluekat gewonnene Druckluft ist zudem frei von Silikonmonomeren – ein wichtiges Kriterium für Anwender aus dem Bereich der Oberflächenveredelung; denn nur silikonfreie Druckluft garantiert ein blasenfreies Auftragen von Lacken.