System aus Greifer und Spannsystem, Bild: Schmalz

Nach wenigen Schritten steht der Produktionslinie ein gerüstetes System aus Greifer und Spannsystem zur Verfügung, das Werkstück kann aufgelegt und fixiert werden. Bild: Schmalz

Der Sauger-Cup Balance SSCB vermeidet teure und langwierige Umrüstzeiten: Er passt sich flexibel an unterschiedliche und komplex geformte Bauteile an. Dadurch lassen sich auch kleinere Losgrößen wirtschaftlich produzieren. Das System besteht aus einem robusten Aluminium-Grundkörper mit einem Vakuum- und mehreren Druckluftanschlüssen. Zum Greifen des Werkstücks dient ein flexibler Balgsauggreifer aus dem widerstandsfähigen Polyurethan-Elastomer Vulkollan. Darum
herum angeordnet sind acht zylindrische Positionierstifte mit verschleißfestem Auflagematerial zur Anpassung an die jeweiligen 3D-Geometrien.

Hilfe durch Roboter-Software

Zu Beginn eines Greifvorgangs werden die Positionierstifte auf die Werkstückgeometrie eingestellt. Der Sauger-Cup nutzt dazu eine Druckluftfederung, um die Stifte zunächst auszufahren und dann je nach gewünschter Position durch ein Unterbrechen der Druckluft zu fixieren. Die Kontur des Werkstücks erhält der Sauger-Cup dabei von der Roboter-Software. Nach wenigen Sekunden bilden die Stifte die Kontur des Werkstücks nach – es steht ein automatisch gerüstetes Greifsystem zur Verfügung. Um ein Aufspannsystem für dieselbe Werkstückkontur einzustellen, werden die Stifte zunächst in der gleichen Weise positioniert.

Anschließend fährt der Greifer über das deckungsgleich aufgebaute Spannsystem. Der Greifer drückt die Stifte des Spannsystems nun alle gleichzeitig soweit ein, bis die Negativkontur des Greifsystems erreicht ist. So kann das Werkstück von oben gegriffen und von unten gespannt werden.

Sauger-Cup Balance SSCB, Bild: Schmalz
Der Sauger-Cup Balance SSCB bietet mehr Flexibilität in automatisierten Fertigungsumgebungen. Auch komplex geformte Bauteile sind für den Sauger-Cup kein Problem. Bild: Schmalz

Zwei Varianten

Schmalz bietet zwei Varianten des Sauger-Cups: Einmal kann jeder Stift über eine einzelne Druckluftleitung separat fixiert werden, einmal über eine zentral Druckluftleitung alle Stifte gemeinsam. Für einfachere Rüstvorgänge bietet sich die Variante mit zentral gesteuerten Positionierstiften und reduzierter Ventiltechnik an. Für automatisierte Rückvorgänge ist die Variante mit einzeln angesteuerten Positionierstiften erforderlich, um die 3D-Formfläche nachbilden zu können.

Die Neuheit bietet Anwendern eine ganze Reihe von Vorteilen: Das Werkstück liegt stets passgenau an den Positionierstiften an. Herkömmliche mechanische Positionierdorne oder Formbacken sind nicht mehr erforderlich. Bei Fügeprozessen entfallen teure Toolings, die sonst je nach Werkstück bereitgehalten werden müssen. Ein einziges Tooling mit Sauger-Cup Balance SSCB ist ausreichend – das System leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Flexibilisierung von automatisierten Fertigungs- und Montagelinien bei komplexen Bauteilen. jl

Technik im Detail: Der SSCB

  • Endeffektor für positionsgenaue Werkstückauflage
  • softwaregesteuertes Abbilden von 3D-Freiformflächen über eine 2D-Referenzfläche
  • einzeln fixierbare, drucklos festgestellte Positionierstifte
  • spezielles Auflagematerial an der Werkstück-Kontaktfläche.

Die Vorteile

  • Flexibler Aufbau von Greif- und Aufspannsystemen zum Beispiel bei Fügeprozessen
  • automatisierter Rüstprozess für Greif- und Spannsysteme
  • automatisierte und direkte Anpassung von Greif- und Spannsystemen an die Werkstückkontur
  • prozesssicheres und positionsgenaues Fixieren von Blechen und anderen komplexen Teilen.