Werkzeugmaschine, Bild: Adobe Stock/Nataliya Hora

Am VDW-Forschungsinstitut beschäftigt sich ein Arbeitskreis ausschließlich mit Umformtechnik. Bild: Adobe Stock/Nataliya Hora

Wie unterstützt das Forschungsinstitut des VDW die Hersteller von umformenden Maschinen?

Einer unserer acht Arbeitskreise im VDW-Forschungsinstitut beschäftigt sich ausschließlich mit Umformtechnik. Wir gehen zum Beispiel der Frage nach, wie wir den Stößelweg an Servopressen so optimieren können, dass möglichst energieeffizient beschleunigt und abgebremst wird. Weitere Themen sind ein elektromagnetischer Vorschub für Bandmaterial oder optimierte Lagerungen an Pressen. Bei unseren Forschungsprojekten steht immer der Maschinenaspekt im Vordergrund, wobei die Bedürfnisse kleinerer und mittlerer Unternehmen besonders berücksichtigt werden.

Alexander Broos, Bild: VDW
Alexander Broos, Geschäftsführer VDW Technik + Forschung, sieht in offenen und einheitlichen Schnittstellen eine Voraussetzung für Industrie 4.0. Bild: VDW

Stichwort Energieeffizienz: Welche Rolle spielt sie in der Umformtechnik?

Für die Kunden spielt die Effizienz am Bauteil, also die Teilstückkosten, die dominante Rolle. Die Energieeffizienz wird jedoch immer wichtiger, da typischerweise die Anwender größerer Pressen große Unternehmen sind, die selbst Wert auf ein entsprechendes Umweltreporting legen. Der Ruf der Fluidik als Energieverschwender ist überholt. Heute werden zunehmend geregelte Pumpen eingesetzt, die genau auf den Punkt regelbar sind und teilweise sogar Ventile überflüssig machen. Abhängig vom Anwendungsfall und entsprechend optimiert, nehmen sich Hydraulik und Elektromechanik nicht mehr viel.

Welche Rolle spielt die VDW-Brancheninitiative „Konnektivität für Industrie 4.0“ für die Umformtechnik?

Die Umformtechnik unterscheidet sich hier nicht von anderen Bereichen. Die Kernfrage ist, wie man die benötigten Daten aus den Steuerungen herausbekommt, ohne immer neue Schnittstellen zu programmieren. An diesem Punkt setzt der VDW an, eine offene und einheitliche Schnittstelle zu definieren, wobei gerade die Steuerungshersteller wichtige Partner für uns sind. Es gibt bereits sehr viel Sensorik in den Maschinen, auf deren Daten über die Steuerung zugegriffen werden kann. Aber ich muss auch wissen, welche Daten ich brauche und was ich damit mache. Für Big-Data-Analysen à la Google oder Facebook reicht die anfallende Datenmenge wahrscheinlich nicht, zumal die Daten ganz unterschiedlichen Anwendungsfeldern entstammen. Deshalb fordern erste Stimmen einen Smart-Data-Ansatz. Wir können nicht einfach nur stupide nach Mustern suchen, sondern müssen eine Art „Wissensvorinstanz“ dazwischenschalten. do

Diese Themen interessieren Sie? Mit dem wöchentlichen fluid-Newsletter sind Sie immer auf dem Laufenden.