Bild: Tawatdchai, Fotolia

Bild: © Tawatdchai, Fotolia

In den deutschen Unternehmen herrscht Anfang 2016 gute Stimmung. Und das nicht ohne Grund. So haben die meisten Firmen der Werkzeugmaschinen-Branche nach wie vor eine recht gute Auftragslage vorzuweisen. Die Vorhersagen der Branchenkenner lesen sich zwar nicht übermütig, aber sie erwarten doch eine grundsätzlich positive Entwicklung. Der Präsident des Bundesverbands der Industrie (BDI), Dieter Kempf, rechnet für 2017 mit einem stabilen Wachstum in Höhe von rund 1,5 Prozent genauso wie das Münchner Ifo-Institut.

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) gibt ein Plus von doch 1,2 Prozent an, während Bundesregierung für das Wahljahr von einem Wachstum der Wirtschaftsleistung um 1,4 Prozent ausgeht. Die Wirtschaftsweisen prognostiziert 1,3 Prozent. Eine stabile Basis also, zumal sich die Vorhersagen auch für die europäischen Nachbarn erfreulich positiv lesen: Insbesondere die Länder der Eurozone wachsen relativ robust, mit etwa 37 Prozent sind sie einer der Hauptabnehmer deutscher Exporte.

Dieser günstige Verlauf zeichnete sich schon Ende 2016 ab. Im November hatte der Auftragseingang im Maschinen- und Anlagenbau sein Niveau des Vorjahres um real fünf Prozent überflügelt. Nicht nur die Inlandsnachfrage (plus drei Prozent), sondern auch die Bestellungen aus dem Ausland (plus fünf Prozent) taten das ihre für diese Steigerung. Und auch der Stillstand in den Euro-Partnerländern scheint vorbei: Hier zeigte sich ein Zuwachs der Auftragseingänge von sieben Prozent. „Dieser Anstieg kommt keineswegs überraschend, denn seit August 2016 zieht der Einkaufsmanagerindex der Eurozone wieder an“, erläutert Konjunkturexperte des VDMA Olaf Wortmann. Der Zuwachs im Bestelleingang ist seiner Ansicht nach „ein erster Reflex auf die kräftige Erholung dieses Geschäftsklimaindikators.“

Zuversicht trotz der weltweiten Risiken

Auch der Finanzsektor zeigt sich positiv gestimmt: Deutsche-Bank-Chefvolkswirt David Folkerts-Landau sieht im Wirtschaftsstandort Deutschland „eine Hochburg der Stabilität in einer zunehmend unsicheren Welt“. Bundesbankpräsident Jens Weidmann und zahlreiche weitere Experten betrachten die lebhafte Binnennachfrage, die von der vorteilhaften Arbeitsmarktlage und von steigenden Einkommen der privaten Haushalte profitiert, als eine wichtige Stütze der konjunkturellen Entwicklung in der Bundesrepublik.

Unbestritten ist, dass es auch im Jahr 2017 viele Unwägbarkeiten gibt. Gefühlt vielleicht sogar mehr als in den vorangegangenen Jahren. Die doch eher absehbaren Ergebnisse der Bundestagswahlen in Deutschland (August oder September) und die Optionen der Präsidentschaftswahl in Frankreich (im April) werden die Weltwirtschaft vermutlich eher nicht übermäßig erschüttern. Andere Faktoren, etwa die staatliche Beeinflussung relevanter Märkte wie etwa in China, wirken deutlich direkter. Oder die Konsequenzen von Krisen, Kriegen und Terrorismus, die neben dem menschlichen Leid auch für die Wirtschaft schwerwiegende Folgen haben können. Die Risiken sind oft kaum oder gar nicht zu beurteilen, da viele der maßgeblichen Faktoren noch völlig im Dunklen liegen.

Im Profil

Branche ist positiv gestimmt

In einer Blitzumfrage der Fachzeitschrift fertigung unter 220 klein- und mittelständischen Unternehmen wird ersichtlich, dass sich die Stimmung gegenüber Ende 2016 aufgehellt hat. Die wirtschaftliche Lage des eigenen Unternehmens beurteilen inzwischen 56 Prozent der Umfrageteilnehmer als „sehr gut“ oder „gut“ (im November 2016 waren es noch 49 Prozent). Das passt auch zu den Auftragseingängen: Beurteilten im Herbst 2016 noch 39 Prozent hier die Werte als „sehr gut“ oder „gut“ an, sind es inzwischen 56 Prozent. Die Auftragsreichweite hingegen bewegt sich im Schnitt nach wie vor bei drei Monaten. Mehr als jedes dritte Unternehmen plant 2017 eine größere Investition (siehe Graphik unten).

Grafik
Grafik: fertigung