Microplatten, Bild: Greiner Bio-One

Greiner Bio-One ist auf die Entwicklung, die Produktion und den Vertrieb von Qualitätsprodukten aus Kunststoff für den Laborbedarf spezialisiert. Am Standort Frickenhausen werden im 3-Schicht-Betrieb Spezialprodukte für die Kultivierung und Analyse von Zell- und Gewebekulturen sowie Microplatten für das Hochdurchsatz-Screening produziert. Bild: Greiner Bio-One

Nachdem erste Versuche mit einem eigenen Leckageortungsgerät nicht den gewünschten Erfolg bringen, beauftragt der führende Anbieter von Spezialprodukten für die Kultivierung und Analyse von Zell- und Gewebekulturen die Firma Mader mit der Leckageortung. Der Leinfeldener Druckluft- und Pneumatikspezialist unterstützt das Unternehmen seit 2015 bei der Reduktion seiner Leckagerate – inzwischen auch digital.

24 Stunden, sieben Tage die Woche – die 60 Kunststoff-Spritzgussmaschinen der Greiner Bio-One im baden-württembergischen Frickenhausen laufen ohne Pause. Im 3-Schicht-Betrieb produzieren sie Röhrchen, Petrischalen und andere Spezialprodukte für die Kultivierung und Analyse von Zell- und Gewebekulturen sowie Microplatten für das Hochdurchsatz-Screening. Zum Einsatz kommen die überwiegend aus Polypropylen (PP) und Polystyrol (PS) gefertigten Produkte an Universitäten, Forschungsinstituten und in der diagnostischen, pharmazeutischen sowie in der biotechnologischen Industrie.

Mit Leckageortungsgerät keinen Erfolg erzielt

Ultraschallmessgeräts die Leckagen orten, Bild: Greiner Bio-One
Während Heiko Leonhardt mithilfe eines Ultraschallmessgeräts die Leckagen ortet, erfasst Manuel Stephan die Messwerte auf dem Tablet. Bild: Greiner Bio-One

Die hohe Beanspruchung des Maschinenparks schlägt sich auch in der Leckagerate nieder: „Verschleiß ist das größte Problem und überwiegende Ursache für Druckluftleckagen in unserer Produktion“, sagt Ralf Hipp, zuständig für die Haustechnik und seit 2013 Energiemanagementbeauftragter am Standort Frickenhausen. Dass die Leckagerate hoch ist und damit ein beträchtlicher Teil der zur Drucklufterzeugung eingesetzten Energie verloren geht, konnten Ralf Hipp und seine Kollegen zwei Mal jährlich, wenn alle Maschinen stillstanden, feststellen. Um den Druck im System aufrechtzuerhalten, liefen die Kompressoren – trotz Produktionsstillstand. Ralf Hipp ermittelt in den ersten Jahren seiner Tätigkeit als Energiebeauftragter eine Leckagerate von rund 30 Prozent.

„Das konnte so nicht bleiben. Wir beschlossen, das Thema selbst in die Hand zu nehmen“, erinnert sich Ralf Hipp. „Wir kauften ein Leckageortungsgerät und legten los. Leider blieb es dabei. Entweder fehlte die Zeit oder das Wissen. Wir erreichten zwar kleinere Verbesserungen der Leckagerate, konnten diese aber nicht so deutlich senken, wie wir es uns zum Ziel gesetzt hatten“, erzählt der gelernte Elektriker.

Verbesserung der Energieeffizienz

Leckageortung, Bild: Greiner Bio-One
Manuel Stephan informiert Energiemanager Ralf Hipp über den aktuellen Stand der Leckageortung. Bild: Greiner Bio-One

Im Herbst 2015 dann der Anruf von Stefanie Kästle, Energie- und Umweltmanagementbeauftragte bei Mader. Sie berichtet von den Dienstleistungen, die der Leinfeldener Druckluft- und Pneumatikspezialist neuerdings zur Verbesserung der Energieeffizienz anbietet. Beim Thema „Druckluftleckagen“ wird Ralf Hipp hellhörig. Zu diesem Zeitpunkt beträgt die Leckagerate in Frickenhausen rund 23 Prozent.

Kurze Zeit später in Frickenhausen: Marco Jähnig, Leiter Produktbereich Drucklufttechnik, und Stefanie Kästle besichtigen gemeinsam mit Ralf Hipp das Werk und diskutieren die Möglichkeiten, die Druckluftleckagen in den Griff zu bekommen. Der Energiebeauftragte bittet um ein Angebot zur umfassenden Leckageortung im Unternehmen. „Angesichts der zu erwartenden Leckagerate, Größe der Produktion und den Erfahrungen, die wir in der Vergangenheit mit ähnlichen Projekten gemacht haben, sind wir von zwei Tagen zur reinen Leckageortung vor Ort ausgegangen“, berichtet Stefanie Kästle.

Druckluftleckage finden, Bild: Greiner Bio-One
Wer alle Druckluftleckagen finden will, muss gelenkig sein. Bild: Greiner Bio-One

Beim nächsten Treffen des Energieteams von Greiner Bio-One präsentiert der Energiemanager das Angebot zur Leckageortung des Spezialisten. Das Angebot überzeugt u.a. durch die kurze Amortisationszeit von weniger als drei Monaten, die in Aussicht gestellt wird.

Kurze Zeit später erhält das Unternehmen den Auftrag zur zweitägigen Leckageortung am Standort Frickenhausen. Im Juni 2015 wird die Leckageortung von einem 2-köpfigen Team durchgeführt. Eingesetzt wird ein Ultraschallmessgerät, mit dem die Leckagen nicht nur „aufgespürt“, sondern auch wirtschaftlich bewertet werden können. Geortet wird bei laufendem Betrieb.