| von Michael Pyper, freier Autor für die fluid
Autarke Achse, Bild: Bosch Rexroth
Autarke Achsen von Rexroth mit identischen Servoantrieben für Aktuatoren mit mechanischer Kraftübertragung oder hydraulischem Getriebe eröffnen Maschinenherstellern neue Freiheitsgrade für anwendungsgerechte Antriebslösungen. Bild: Bosch Rexroth

Auch anders herum kann ein Schuh daraus werden. Die E-Speed besitzt eine elektrische Schließ- und eine hydraulische Spritzeinheit. Sie eignet sich vor allem für lange, hohle Dünnwandteile, beispielweise Kartuschen für den Heimwerkerbedarf. Die hohe Dynamik und Einspritzleistung, die solche Teile brauche, lasse sich derzeit wirtschaftlich nur über hydraulische Spritzeinheiten realisieren. „Ziel bei der Entwicklung der E-Speed war es, im Dauer-Schnelllauf eine hohe Effizienz zu erreichen.“

Um beliebig kombinieren zu können, setzt Arburg auf Modulbauweise. Heinz Gaub: „Hybridmaschinen wie die Allrounder unserer Baureihe Hidrive sind prädestiniert für Hochleistungsanwendungen, da sie hohe Energiedichte beim servohydraulischen Einspritzen mit der Schnelligkeit und Präzision des servoelektrischen Formschlusses kombinieren.“

Den Überblick hat in dieser Frage sicherlich Bosch Rexroth, bietet das Unternehmen doch beide Antriebstechniken einzeln und in Kombination an. „Aktuell stehen Antriebskonzepte im Mittelpunkt, bei denen Maschinenhersteller je nach Leistungsanforderungen elektromechanische, hydraulische oder elektrohydraulische Antriebe für hybride Maschinenkonzepte mit geringsten konstruktiven Anpassungen frei miteinander kombinieren können“, bestätigt Dirk-Walter Herold die Arburg-Richtung Modularität. Rexroth unterstütze diese Entwicklung mit autarken Achsen, die die Trennung zwischen elektromechanischen, hydraulischen und elektrohydraulischen Antrieben in der Konstruktion, Montage und Inbetriebnahme „weitestgehend aufheben“.

In der elektrohydraulischen Ausprägung verfügen diese autarken Achsen über einen eigenen, geschlossenen Ölkreislauf mit dem einem Getriebe vergleichbaren Ölvolumen. Soll heißen: Der Anschluss an ein separates Hydraulikaggregat mitsamt Verrohrung und Tank entfällt. „Autarke Achsen öffnen eine neue Welt für die Maschinenkonzeption und bieten erhebliche Einsparpotenziale“, sagt Herold.

Hydraulik kann auch digital

Klar, die elektrische Antriebstechnik ist der auf Elektrik basierenden Kommunikationstechnik näher als das Hydrauliköl. Das heißt aber nicht, dass der Trend zur Digitalisierung die Hydraulik abhängen würde. Längst gibt es Lösungen, hydraulische Antriebstechnik ins Industrie 4.0-Zeitalter zu führen. „Die Feldbustechnik ist sozusagen der Schlüssel zur Kommunikation, diese kann natürlich auch die Hydraulik intelligent für sich nutzen“, erklärt Rexroth-Mitarbeiter Herold. Die Besonderheiten der Fluidtechnologie würden schlicht in der Software abgebildet. So ermöglichten Feldbusventile von Rexroth beispielsweise auch das lokale Einlesen von preiswerten analogen Sensoren. „Diese Daten können dort direkt für die Regelung genutzt und/oder auch über den Feldbus der Maschinensteuerung zur Verfügung gestellt werden.“

Bei Engel hat das Kind schon einen Namen: Inject 4.0. Es bildet übrigens den Schwerpunkt des Unternehmens auf dem K-Messe-Stand, der eine sogenannte Smart Factory darstellen soll. Franz Pressl will nicht zu viel verraten, aber „wir werden das Einsatzspektrum unserer IQ Weight Control Software auf Spritzgießmaschinen mit hydraulischen Spritzeinheiten erweitern“. Die Software soll die Verarbeiter dabei unterstützen, auch bei Schwankungen in den Umgebungsbedingungen oder im Rohmaterial eine konstant hohe Qualität zu produzieren. Industrie 4.0 wird also auch auf der K eine zentrale Rolle spielen – der Messebesuch lohnt sich.do n

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