Verpackungsmaschinen stehen hoch im Kurs

2017 war für die Hersteller von Nahrungsmittelmaschinen und Verpackungsmaschinen ein erfolgreiches Jahr: Die Produktion stieg um 4,8 Prozent auf mehr als 14 Milliarden Euro. „Damit haben wir nicht nur einen neuen Rekordwert in der Maschinenproduktion erreicht, sondern sind auch im Ranking der insgesamt 34 Maschinenbaufachzweige von Rang 5 auf Rang 4 vorgerückt“, sagt Richard Clemens, Geschäftsführer des VDMA Fachverbands Nahrungsmittelmaschinen und Verpackungsmaschinen. Mit einem Exportanteil von rund 84 Prozent lagen die Nahrungsmittelmaschinen- und Verpackungsmaschinenhersteller deutlich über der durchschnittlichen Exportquote des Gesamtmaschinenbaus, die rund 78 Prozent erreichte.

Die Verpackungsmaschinenproduktion wuchs um drei Prozent auf 6,6 Milliarden Euro, davon entfielen 2,2 Milliarden Euro auf Getränkeverpackungsmaschinen. 2018 dürfte ein Umsatzwachstum der Nahrungsmittelmaschinen- und Verpackungsmaschinenbranche von fünf bis sechs Prozent im Bereich des Möglichen liegen, prognostiziert Clemens. In der Periode von Januar bis Mai 2018 gingen bei den Verpackungsmaschinenherstellern (ohne Getränkeverpackungsmaschinen) nach Aussage des VDMA neun Prozent mehr Aufträge als in der Vergleichsperiode des Vorjahres ein. Dabei zeigte sich, dass die Inlandsnachfrage um sieben Prozent zurückging, was aber vom Ausland mit plus elf Prozent wieder aufgefangen wurde.

Dies korreliert auch mit den Aussagen einiger Komponentenhersteller. So sieht beispielsweise Festo den Markt der Verpackungsmaschinen auch in Zukunft stabil im mittleren einstelligen Bereich wachsen. Dabei diagnostiziert das Unternehmen ein geringeres Wachstum in den reiferen Märkten und ein größeres Wachstum in aufstrebenden Märkten. Und noch ein Aspekt ist dabei zu berücksichtigen: Immer mehr Menschen hätten Zugang zu verpackten medizinischen Produkten und Lebensmitteln, vor allem in den Schwellenländern wie Brasilien, Russland, Indien, China und der Türkei, erklärt Jörg Dahlhoff, Strategic Market Manager Packaging bei SMC. Damit steige auch hier der Bedarf an Komponenten und Systemen für die Verpackungsindustrie.

Ansteuerung bei 24-Volt-Versorgungsspannung

Ein weiterer Trend ist der Wechsel auf die 24-Volt-Versorgungsspannung, mit der Endeffektoren anders als bisher angesteuert werden können. Dabei reduzieren sich die Verkabelung gegenüber elektrisch angetriebenen Aktoren im Spannungsbereich über 400 Volt und die Investitionskosten für die Gleichstrom-Module. Auch schon vorhandene pneumatische Module lassen sich einfach und steuerungsneutral durch 24-Volt-Module ersetzen und über IO-Link verbinden. Dieses Kommunikationssystem wurde ja direkt zur Anbindung intelligenter Sensoren und Aktoren geschaffen und bietet mit der IO Device Description (IODD) die Möglichkeit, gerätespezifische Parameter für jedes einzelne Gerät zu hinterlegen.

Über die IO-Link-Schnittstelle können neben Prozessparametern auch Prozessdaten und Zustandsdaten von Komponenten übertragen werden, die für die Zustands- und Wartungsberechnung der Maschine wichtig sind. So lassen sich beispielsweise bis zu vier IO-Link-Master schnell und einfach auf einer EX600-Plattform von SMC verblocken. Mit den beiden Ethernet-Anschlüssen der Dual-Port-Feldbussysteme des Typs EX600-SEN3/4 gelingt die Integration auch in komplexe Netzwerke mit Linien- oder Device-Level-Ring (DLR)-Topologien. Ethernet/IP-Geräte sind bereits nach 0,5 Sekunden mittels Quickconnect ins Netzwerk eingebunden.

Bild: Aventics

„Die additive Fertigung ermöglicht neue Designs und Geometrien, die in der Pneumatik für die Luftkanäle wichtig sind. Aventics nutzt die Vorteile der additiven Fertigung in der Kleinserienproduktion. Gerade bei maßgeschneiderten, kundenspezifischen Anforderungen hilft es, das konstruierte Produkt auch schnellstmöglich selbst in den Händen halten zu können.“

Xavier Van Aelst, Aventics

Zustandsüberwachung mit der Cloud

Energieeffizienzmodul, Bild: Festo
Das Energieeffizienzmodul MSE6-E2M von Festo kombiniert Wartungsgerät, Sensorik und Feldbustechnik. Es überwacht und regelt vollautomatisch die Druckluftversorgung, erkennt Leckagen und sperrt die Druckluft automatisch im Stand-by-Betrieb. Bild: Festo

Im Rahmen der Digitalisierung entwickelt sich auch die Sensorik rasant weiter bis hin zur akustischen Sensorik und Bilddatenerfassung mit hochentwickelten Algorithmen. Dabei ist das Know-how der Maschinenbauer gefragt: Welche Szenarien der Datenerfassung über den Lebenszyklus der Maschinen sind relevant für Instandhaltung und Servicefälle? „An die Datensammlung schließt sich eine intelligente Auswertung der im Feld befindlichen Maschinen via Cloud-Anbindung an, wobei hier verstärkt IT-Spezialisten der Datenanalytik mit ins Spiel kommen“, erklärt Horst Kolbert, Business Development Manager Packaging bei der Siemens-Division Digital Factory. „Die bisherigen Service-Konzepte über Remote-Zugriff werden zunehmend ergänzt durch cloudbasierte Monitoring-Systeme mit deutlich gesteigerter Intelligenz in der Datenerfassung und Analyse inklusive vorbeugender Wartung.“