Ligna Anlauf, Bild: Deutsche Messe

Die Ligna präsentiert sich 2017 mit einem neuen Flächenkonzept und gibt der Forsttechnik auf dem Freigelände und in den Pavillons unter dem Expo-Dach ein neues Gesicht. Bild: Deutsche Messe

Alle sechs Sekunden ein Billy-Bücherregal – fabrikfertig und zur direkten Mitnahme aus dem Möbelhaus praktisch verpackt: Das kann ein schwedisches Ikea-Werk nur durch den Einsatz von Automatisierungstechnik schaffen. In diesem Fall 18 Motoman-Roboter von Yaskawa (Halle 6, Stand D22), die wöchentlich 40.000 Stück der Bücherregale produzieren. Das ist ein Beispiel für echte Massenproduktion in der Möbelindustrie. Wie Yaskawa mit exemplarischen Lösungen – im Rahmen seiner Ligna-Premiere – zeigt, lassen sich diese Anforderungen nur durch die konsequente Integration der Automatisierungskomponenten in die Maschinen sowie durch technische Durchgängigkeit realisieren.

So können zum Beispiel die Servoantriebe der neuen Generation Sigma-7 über Mechatrolink oder Ethercat in CNC-Maschinen integriert werden. Mit solchen aktuellen Neuentwicklungen bietet Yaskawa dem Maschinen- und Anlagenbauer leistungsfähige Systemlösungen, die zum einen Maschinenausstoß, Produktivität und Effizienz erhöhen und zum anderen Planung, Inbetriebnahme und Betrieb konsequent vereinfachen und beschleunigen.

Die Ligna, Bild: Deutsche Messe
Die Ligna präsentiert sich 2017 auch im Freigelände. Hier werden Automatisierungstechniken für die Branche gezeigt. Bild: Deutsche Messe

Automatisierungslösungen sind in der Industrie Alltag. Aber auch Handwerksbetriebe setzen vermehrt auf Automation – und eifern den großen Vorbildern aus der Industrie sozusagen nach. Diesen Trend haben die Ligna-Verantwortlichen erkannt und sich zu einer neuen Struktur der weltweit wichtigsten Messe für Maschinen, Anlagen und Werkzeuge für die Holzbe- und -verarbeitung entschieden. „Wir verfolgen damit zwei Ziele: Wir bilden die Trends und Entwicklungen des Marktes besser ab und wir erreichen für die Besucher mehr Effizienz“, erklärt Dr. Bernhard Dirr, Geschäftsführer des VDMA Holzbearbeitungsmaschinen, die Idee hinter dem neuen Konzept.

Christian Pfeiffer, Leitung Ligna von der Deutschen Messe, ergänzt: „Mit der neuen Anordnung der Themen machen wir auch auf dem Messegelände deutlich, dass die Technologien der Holzbearbeitung im Handwerk und der Industrie immer stärker zusammenwachsen.“ Die neue Struktur umfasst insgesamt die sieben Angebotsschwerpunkte Werkzeuge, Maschinen und Anlagen für die Einzel- und Serienfertigung, Oberflächentechnik, Holzwerkstoffherstellung, Sägewerkstechnik, Energie aus Holz, Maschinenkomponenten und Automatisierungstechnik sowie Forsttechnik.

Sigma-7-Servoantrieb, Bild: Yaskawa
Yaskawa wird unter anderem seine Sigma-7-Servoantriebe präsentieren. Bild: Yaskawa

Neben der Automatisierungstechnik werden die Aussteller auf der Messe jedoch auch das Thema Digitalisierung aufgreifen. Denn zur guten Stimmung bei den Ligna-Veranstaltern, Deutsche Messe und VDMA Holzbearbeitungsmaschinen, trägt neben der technologischen Dynamik, der guten Konjunktur in der Holzwirtschaft in weiten Teilen der Welt auch die Digitalisierung bei. Immer stärker durchdringen Vernetzung und Digitalisierung die Welt der Maschinen, Systeme und Werkzeuge in der Holzbe- und -verarbeitung.

Die Wahl der Antriebstechnik

WG20-Getriebemotor, Bild: WEG
WEG erweitert zur Ligna das WG20-Getriebemotorenprogramm um Stirnrad-, Flach- und Kegelstirnradgetriebe für Nennmomente von 820 bis 1550 Nm. Bild: WEG

Das Portfolio der Antriebstechnik für die Holzindustrie, das auf der Messe zu sehen sein wird, wird breit gefächert sein. Von der Druckluft über die Hydraulik bis hin zur Elektrik wird alles dabei sein.

Im Bereich der elektrischen Antriebstechnik feiert WEG seine Ligna-Premie (Halle 16, Stand B06). Das Unternehmen präsentiert die neuen Getriebemotoren der WG20-Serie für Nennmomente von 820 bis 1550 Nm. Diese erweitern die noch junge Produktfamilie, die bislang Stirnrad-, Flach- und Kegelstirnradgetriebe mit robusten Aluminiumdruckgussgehäusen für Nennmomente von 50 bis 600 Nm umfasst, um jeweils zwei Baugrößen. Die neuen, leistungsstärkeren Getriebe sind aus Grauguss gefertigt und wie die anderen Modelle der Serie bis Energieeffizienzklasse IE3 erhältlich. Dank marktkonformer Anschlussmaße lassen sie sich weltweit in eine Vielzahl von Anwendungen integrieren.

Weiteres Exponat sind die Flachmotoren für die holzverarbeitende Industrie der WEG-Tochter Antriebstechnik Katt Hessen (AKH). Als Lösungsanbieter in der Antriebstechnik präsentiert WEG neben den effizienten Niederspannungsmotoren der Baureihe W22 in den Energieeffizienzklassen bis IE4, sowohl in explosionsgeschützter als auch in Standard-Ausführung, auch Produkte aus dem Bereich Automatisierung wie Frequenzumrichter, Softstarter und Niederspannungsschaltgeräte.

Biomassehacker VTH 105/60/4B, Bild: Vecoplan
Für die Produktion von Energiehackschnitzeln zur thermischen Verwertung in Biomassekraftwerken zeigt Vecoplan die Biomassehacker VTH 105/60/4B mit Zuführband. Hier können effiziente Hitorc-Direktantriebe zum Einsatz kommen. Bild: Vecoplan

Hydraulik und Elektrik gibt es bei Vecoplan im Zusammenspiel. An seinem Hauptstand F50 in Halle 25 präsentiert das Unternehmen für Sägewerke oder Hersteller von Holzwerkstoffen Ein-Wellen-Zerkleinerer der Serie VAZ. Ein-Wellen-Zerkleinerer sind universelle und häufig eingesetzte Maschinen, die in den meisten Anwendungen ohne zusätzliche Beschickungssysteme auskommen. Betreiber können die gesammelten Materialien direkt und undosiert aufgeben. Der hydraulisch angetriebene Schieber führt diese dem Zerkleinerungswerk einfach und schnell zu. Weil sich der Rotor besonders langsam dreht, ist er bei der vertikalen Aufgabe geräusch- und staubarm. Der VAZ 1100 XL hat beispielsweise einen Rotordurchmesser von 370 Millimetern, einen Materialaustritt von 1075 und eine Höhe von 1100 Millimetern. In Halle 12 auf Stand C22 stellt Vecoplan aus dieser Serie eine äußerst kompakte Anlage vor, die sich insbesondere für holzbearbeitende Betriebe eignet.

Für die Rotoren setzt das Unternehmen auf die dynamischen, anlauf- und drehmomentstarken Hitorc-Antriebe. Diese haben keine mechanischen Elemente wie Riementriebe oder Kupplungen. Damit fallen im Vergleich zu hydraulischen Antrieben kaum Wartungsarbeiten an. Und weil weniger Masse bewegt werden muss, erreichen die Hitorc einen günstigen Wirkungsgrad.