Schnelle Zugfahrt, Bild: den-belitsky, Fotolia

Bis zu acht Grad legen sich Züge mit der Neigetechnik in die Kurve. Bild: den-belitsky, Fotolia (Symbolbild)

Der Betrieb von Hochgeschwindigkeitszügen war vor 1980 mit erheblichen Investitionen in Gleise mit sanften Gleisbögen und -anstiegen verbunden. Um hohe Kosten für die Infrastrukturmodernisierung zu vermeiden, entwickelten Alstom-Ingenieure die Neigetechnik. Damit konnten Betreiber die vorhandenen Gleise verwenden. Die Züge neigen sich in Kurven um bis zu 8 Grad, was höhere Geschwindigkeit und ruhigere Fahrten ermöglicht. Es verkürzte sich dadurch nicht nur die Reisezeit, sondern auch der Fahrgastkomfort steigt.

Alstom Ferroviaria in Savigliano, Italien, arbeitet bereits seit 1991 mit Hydraulik- und Filtrationsprodukten von Eaton und verwendet diese als Kernstück für die Neigetechnik seiner Hochgeschwindigkeitszüge. Bei den bis zu 260 Kilometer pro Stunde schnellen Fahrten zwischen den Großstädten zeigen die Hydraulik-Produkte, was in ihnen steckt.

Hydraulikaggregat der Züge, Bild: Eaton
Das Hydraulikaggregat mit PVM Kolbenpumpen, Einbau- und Servoventilen sowie den Filtern HP.170 und HP.91 gleicht im Fahrwerk der Züge die Beschleunigungskräfte aus. Bild: Eaton

An Bord jedes Triebwagens befindet sich ein Hydraulikaggregat mit Servoventil, Einbauventilen und Wegeventilen, einer Kolbenpumpe, schlauch- und gewindelosen Verbindungen sowie verschiedenen Filtrationsprodukten. Als Alstom die Neigetechnologie entwickelte, schrieb das Unternehmen den Auftrag bei den Her­stellern von Hydrauliksystemen aus. Zu diesen gehörte damals auch die Hydrauliksparte von Eaton in Pessano, Italien.

Ein Vorschlag für das Hydrauliksystem in diesem Bereich sollte sich vom Anfang bis zum Ende des Fahrwerks an jedem Waggon erstrecken. Abgesehen vom Wartungsaufwand für dieses System hatten die Alstom-Ingenieure weitere Bedenken, die sie mit Alessandro Piccolini, dem Engineering Manager für Industrieanwendungen bei Eaton, besprachen. „Für den vorgeschlagenen Entwurf war ein Servoventil am Anfang und am Ende des Waggons nötig. Alstom befürchtete, dass diese Konstruktion dazu führen könnte, dass die Waggons bei Fahrten in Kurven in eine Drehung gelangen könnten“, meint Piccolini. „Außerdem hatte Alstom Bedenken, die Lebensdauer der vorgeschlagenen Kolbenpumpe und ihrer Ventile könnte zu kurz sein, da die Anforderungen der Neigetechnik an Leistung und Sicherheit hoch waren und das System aus Komponenten vieler unterschiedlicher Hersteller bestehen würde.“