Für Messebesucher aus dem Maschinen und Anlagenbau lohnt sich der Blick in die Hallen 15 bis 18. Dort findet auch dieses Jahr wieder die Sonderschau Systems & Components statt. Die Maschinenbauer präsentierten dort neue Komponenten und Teilsysteme für die Agrartechnik.

Der Hydraulikspezialist Bosch Rexroth zeigt eine elektronische Drehmomentsteuerung für hydrostatische Fahrantriebe. Das Ziel der Ingenieure war es, damit ein Treibstoff sparendes Produkt zu entwickeln. Beim diesem System handelt es sich um einen hydrostatischen Fahrantrieb, der den Dieselverbrauch absenken soll. Die Drehzahl des Motors wird dazu entsprechend des Leistungsbedarfs des Hydrostaten so weit wie möglich gesenkt. Die Antriebssoftware mit hinterlegten Wirkungsgradkennfeldern rechnet den besten Betriebspunkt in Echtzeit, um den Wirkungsgrad des hydrostatischen Antriebs und damit den Kraftstoffbedarf der Gesamtmaschine zu verbessern.

Auch auf Komponentenebene haben die Entwickler Hand angelegt. Hierfür setzten die Ingenieure auf digitale Technologie und simulierten in der Entwicklung die Auswirkungen bei veränderten Komponentenparametern. Dadurch konnten die Strömungswiderstände in Abschlussplatte und Steuerlinse verbessert werden, was zu einer weiteren Reduzierung des Kraftstoffverbrauchs in der Maschine führt. Interessant ist das für verschiedene Anwendungen, beispielsweise im Vollernter, bei Feldspritzen oder in Mähdreschern.

Außerdem wird mit Continental ein Unternehmen ausstellen, das zurück in die Landtechnik drängt. „Die Rückkehr zum Landwirtschaftreifen-Geschäft ist für uns ein weiterer wichtiger Schritt auf dem Wachstumspfad“, erläutert Nikolai Setzer, der für das Reifengeschäft verantwortlich zeichnet. Dort will man Automatisierung und Digitalisierung weiter vorantreiben. Deshalb werden in die Komponenten des Zulieferers Sensoren verbaut, die für deren Zustandsüberwachung Daten sammeln.

Mittelfristig geht es den Managern darum, ein ganzheitliches Konzept anbieten zu können, in dem die einzelnen Komponenten miteinander vernetzt sind und durch Datenanalyse einen Mehrwert schaffen. So wird beispielsweise durch Sensortechnik in der Gummiraupenkette die Temperatur gemessen und bei kritischer Wärmeentwicklung ein Alarmsignal gesendet. Die Fahrt auf die Agritechnica lohnt also aus vielen Gründen. Denn nirgends ist man näher an den Themen und Trends der Branche.n

Agritechnica kompakt

Bild: Agritechnica
  • Die Agritechnica ist die weltweit größte Fachmesse für Landtechnik. Sie findet alle zwei Jahre auf dem Messegelände in Hannover statt, im Jahr 2017 vom 12. bis 18. November.
  • An den ersten beiden Tagen werden nur Fachbesucher auf die Messe gelassen, ab dem dritten Messetag ist die Landtechnikmesse auch für die Öffentlichkeit zugänglich.
  • Geöffnet ist die Messe täglich von 9:00 bis 18:00 Uhr.
  • Die Tageskarte für die Fachmessetage am 12. und 13. November gibt es ab 60 Euro. Die Tageskarte ab dem 14. November kostet 20 Euro, Schüler und Studenten erhalten eine Ermäßigung.Die Dauerkarte kostet 52 Euro.
  • In jedem Fall lohnt es sich, im Vorfeld
    online zu buchen. Dort sind die Tickets günstiger als am Messeeingang.