Bei Hako sieht man den größten Einsatzbereich der Kommunalfahrzeuge bei saisonalen Tätigkeiten. Allgemeine Wachstumsraten erhofft man sich insbesondere beim Absatz im Asia-Pazifik-Bereich, wo eine Anhebung der Reinigungsstandards und wachsende Ansprüche der Bevölkerung für eine erhöhte Dienstleistungsnachfrage im kommunalen Bereich sorgen. Eine starke Nachfrage beobachtet das Unternehmen im Bereich der Nassreinigung mit Schrubbbürsten im Außenbereich. Aber auch die starke Verschmutzung öffentlicher Flächen verlangt nach intensiverer Reinigung, oft mit Hochdruckgeräten, sowie die physikalische Beseitigung von wucherndem Wildkraut in kommunalen Bereichen.

Der Profi-Geräteträger M31 C verfügt beispielsweise über eine Mobilhydraulik, die wahlweise in drei Ausführungen erhältlich ist. Variante 1 arbeitet in einem Arbeitskreis mit einer 55 Liter starken Zahnradpumpe bei maximal 200 bar Arbeitsdruck. Variante 2 liefert über einer Doppelzahnradpumpe in zwei Arbeitskreisen je 55 Liter maximal 200 respektive 250 bar. Bei der Hochdruck-Komforthydraulik mit Axialkolbenpumpe (110 Liter) und Zahnradpumpe (34 Liter) können maximal 200 beziehungsweise 300 bar Arbeitsdruck erreicht werden. Tendenziell erwarten die Kunden kleiner werdende Fahrzeuge, die dem gleich bleibenden Leistungsanspruch gerecht werden sollen. Dies bedingt jedoch zum Teil eine Gewichtszunahme, was sich nachteilig auf die Nutzlast auswirken kann.

Dadurch polarisiert sich der Markt auf absolute Billigmaschinen einerseits und sehr hochwertige Maschinen andererseits. Am bestehenden Leistungsspektrum für Kommunalfahrzeuge werden bei Hako keine gravierenden Änderungen erwartet. Anders sieht es jedoch beim Energiebedarf aus, der durch anspruchsvolle Aufgaben wie Heißwasser-Anwendungen ein sensitives Feld darstellt. Die Anforderungen an Hydraulikkomponenten liegen weiterhin bei hoher Langlebigkeit, Belastbarkeit und Leistungsfähigkeit. Dies gilt besonders für Bremsvorgänge und Stillstandzeiten von Messern, da die hydraulischen Antriebe stark beansprucht werden. Klares Entwicklungsziel bleiben effiziente Maschinen.

Hierbei werden, auch bedingt durch den politischen Druck auf die öffentliche Hand, alternative Antriebe zum bisher dominierenden Dieselmotor in Betracht gezogen. Dies kann Druck auf hydraulische Komponenten ausüben, da bei zukünftigen Fahrzeugkonzepten ganz auf eine Bordhydraulik verzichtet werden könnte und Komponenten sowie Anbauten komplett elektrisch betrieben werden. Aus Sicht von Hako ist langfristig der Trend hin zur E-Mobilität in der Kommunaltechnik nicht von der Hand zu weisen.

Mehr als nur Dampf machen

Auswertungen des VDMA zufolge lässt sich bei Kommunalfahrzeugen in Europa ein Trend weg von Midi-Kompaktklassen mit einer Zuladung von einem Kubikmeter hin zu Kompaktklassen mit zwei Kubikmeter Zuladung erkennen. Bei gleicher Leistung und weniger Gewicht, versteht sich. Dass hingegen in den USA die Relation von Leistung und Gewicht bisher weniger eine Rolle spielt, kommt nicht unerwartet.

Kaercher MIC 70, Bild: Kaercher
Die Hydraulikpumpe des MIC 70 fördert 37 Liter Hydrauliköl mit einer Leistung von 44 Liter pro Minute. Damit können sowohl vorne als auch hinten am Fahrzeug 1100 Kilogramm Aushub bewältigt werden.

Kärcher macht sich daher das aus dem Automobilbau bekannte Plattform-Konzept zunutze, um unterschiedliche Modelle anbieten und gleichzeitig Synergien bei Qualität und Herstellkosten erzielen zu können. Deshalb basieren die dieselmotorgetriebenen Modelle der Mittelklasse MC 130 und MIC 50 sowie der neue kommunale Geräteträger MIC 70 zu gut 60 Prozent auf identischen Bauteilen. Alle drei Modelle sind mit zwei gleichgroßen Tandempumpen ausgestattet, deren Leistungen über ein Summenventil vereint werden können.

Beim MC 130 und MIC 50 können so die jeweils vorne und hinten verfügbaren 40 Liter des Hydrauliksystems auf 80 Liter Leistung vereint werden. Beim kraftvolleren MC 70 lassen sich die Hydraulikleistungen der beiden gleich dimensionierten Pumpen zu 100 Liter Durchsatz bündeln. Dies ist besonders bei Schneefräsen hilfreich, wenn in kurzer Zeit große Schneemengen zu beseitigen sind. Die Anbaugeräte lassen sich mit wenigen Handgriffen ohne Kraftanstrengung montieren und verbinden.

Während in Europa der Trend hin zu leistungsfähigeren Kommunalfahrzeugen geht, lässt sich dies in Asien und dem mittleren Osten noch nicht erkennen. Zurückzuführen ist dies teilweise auf die dort noch schwach ausgebaute Service-Infrastruktur für komplexe Maschinen und die Nachfrage nach einfach zu bedienenden Einzweckmaschinen mit überschaubarer Technik. Städte wie Peking, Shanghai oder Dubai setzen daher auf kleinere Geräteträger wie den MIC 26 oder MIC 34. Bei der Motorisierung der Geräte wiederum rechnet man durch Reduzierung der Feinstaubgrenzen in Städten mit einem Schwenk vom bisher noch dominierenden Dieselmotor mit Stage 3A/3B Zertifizierung hin zu alternativen Antrieben.

Im Rahmen des Projekts Schaufenster Living-Lab Bwe mobil wurde daher auf Basis der kompakten kommunalen Saugkehrmaschine MC 50 ein Plug-in-Hybrid entwickelt, bei dem sowohl Fahrantrieb samt Knicklenkung als auch Arbeitsaggregate bis zu zweieinhalb Stunden rein elektrisch betrieben werden können. Aktuell führen die Städte Stuttgart, Ludwigsburg und Wismar mit insgesamt vier Maschinen einen Dauertest durch.

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