Fendt sammelt zukunftsträchtige Projekte unter dem Stichwort Future Farm. Landwirte sollen durch innovative Lösungen ermutigt werden, ihre Verantwortung gegenüber der Natur zu erhöhen und effizienter und achtsamer mit Ressourcen umzugehen. Ein Beispiel ist der elektrisch betriebene Fendt e100 Vario mit 50 Kilowatt Antriebsleistung. Mit dem abgasfreien Elektrotraktor kann auch in geschlossenen Gebäuden gearbeitet werden. Mit seiner 650 Volt starken Lithium-Ionen-Hochleistungsbatterie mit rund 100 Kilowattstunden Kapazität arbeitet der Kompakttraktor bis zu fünf Betriebsstunden unter realen Einsatzbedingungen.

Schwarmroboter, Bild: Fendt
Kleine, autonom fahrende Schwarmroboter könnten zukünftig mit Unterstützung aus der Cloud die Maisaussaat übernehmen. Bild: Fendt

Besonders ökonomisch wird der Einsatz, wenn die die Batterie über lokal beim Landwirt installierte, erneuerbare Energien wie Solar- oder Windkraftanlagen aufgeladen wird, entweder über eine genormte CEE-Hofsteckdose (mit 400-Volt-Spannung und bis zu 22 Kilowatt) oder über eine Supercharging-Option mit Gleichspannung. Beim Laden mit einem genormten CCS-Typ-2-Stecker hat die Batterie nach 40 Minuten wieder bis zu 80 Prozent ihrer Kapazität.

An das Fahrzeug können alle verfügbaren Anbaugeräte angeschlossen und ohne Verzögerung mit maximalem Drehmoment betrieben werden. Besonders elektrifizierte Anbaugeräte erhöhen die Gesamteffizienz, da es keine Strömungs- oder Reibungsverluste gibt, was sich wiederum positiv auf die Instandhaltungskosten auswirkt.

Bild: Bosch Rexroth

„Die Elektronifizierung der Hydraulik erhält alle physikalischen Vorteile der Hydraulik, wie Kraftdichte und Robustheit und verbindet sie mit der Flexibilität digitaler Regelungstechnik. Damit treibt Bosch Rexroth die Digitalisierung von Land- und Forstmaschinen voran und steigert die Effizienz im Feld.“

Dieter Fetting, Bosch Rexroth

Precision Farming im Schwarm

Erwähnenswert ist auch das Forschungsprojekt Fendt Xaver. Darin arbeitet das Unternehmen an dem Einsatz von kleinen, im Schwarm tätigen Feldrobotern, die rund um die Uhr dank Satellitennavigation autonom und präzise Mais aussähen. Mit Unterstützung aus der Cloud wird die Aussaat geplant, überwacht und dokumentiert. Exakte Daten darüber, wann und wo die Saatkörner gesetzt werden, ermöglichen die Präzisierung der nachfolgenden Pflegearbeiten. Pflanzenschutz- oder Düngemittel können jeder einzelnen Pflanze direkt verabreicht werden. Vorteile der leichten Feldflotte sind nicht nur Effizienzsteigerung und Ausfallsicherheit, da sich die Roboter im Schwarm gegenseitig ersetzen können, sondern auch eine schonende Feldbearbeitung mit fast ausbleibender Bodenverdichtung –rund um die Uhr. Zukünftig könnten sich also manche Arbeiten des Landwirts im Schlaf erledigen lassen.

Sprengstoffwarnung vom Spinat

Feldhäcksler, Bild: Krone
Mit Motor-Dauerleistungen von 490 bis 626 PS sorgen bei diesem Feldhäcksler von Krone sechs Einzugswalzen für Sicherheit und Häckselqualität. Bild: Krone

Auch die Aussicht, dass Pflanzen direkt mit dem Landwirt kommunizieren, ist nicht mehr in weiter Ferne. Beispielsweise haben Ingenieure des MIT (Massachusetts Institute of Technology) vor kurzem an der Blattunterseite von Spinatpflanzen zwei mit Mesophyll gefüllte Nanokanülen angebracht. Über eine der beiden Nanokanüle wurde ein permanentes Fluoreszenz-Signal als Basis-Signal ausgesendet. Zehn Minuten, nachdem der Spinat über seine Wurzeln ein Molekül, das auch chemischer Bestandteil von Explosionsstoffen ist, im Boden detektierte, wurde per Funk über die zweite Kanüle am Blatt ein fluoreszierendes Signal ausgesendet und von einer Infrarot-Kamera erfasst. Diese leitete die Nachricht an einen angeschlossenen Computer weiter, der wiederum eine E-Mail absetzte. Auf diese Weise können also verschüttete Sprengkörper lokalisiert werden. Vielleicht heißt es daher demnächst für Landwirte: Neue Mail für dich – vom Feld. do

Gesetzgebung

Stufe V der Emissionsverordnung

Mit der Europäischen Emissionsverordnung 2016/1628 und der ab 2019 geltender Emissions-Stufe V ist weltweit die strengste Abgasgesetzgebung für mobile Maschinen in Kraft getreten. Zum einen hat Stufe V im Vergleich zu den voran gegangenen Stufen einen erweiterten Anwendungsbereich, da erstmals Motoren mit einer Leistung von weniger als 19 Kilowatt und mehr als 560 Kilowatt einbezogen werden. Für diese Motoren entsprechen die Grenzwerte den US-amerikanischen US-EPA-Tier-4-Grenzwerten.

Motoren mit einer Leistung von mehr als 19 Kilowatt und weniger als 560 Kilowatt müssen nicht nur wie in Stufe IV definierte Grenzwerte für Kohlenmonoxid, Stickoxide, Kohlenwasserstoffe und Feinstaubausstoß, sondern zusätzlich einen Grenzwert für die Partikelanzahl einhalten.

Zum anderen regelt die Verordnung auch erstmalig zusätzlich zum Inverkehrbringen des Motors auch das der Maschine. Dadurch hat der Maschinenhersteller ein Zeitlimit für Maschinen mit einem Motor der vorangegangenen Emissionsstufe. Alte Motoren können durch Umbau oder Reparatur an die neuen Grenzwerte angepasst werden. Die Ausstattung mit einem Dieselpartikelfilter (DPF) ist ebenfalls eine naheliegende Option.

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